Generation Casting

  • Dienstag, 12. März 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 12. März 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 13. März 2013, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 13. März 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 14. März 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 14. März 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 16. März 2013, 14:05 Uhr, SRF 1

Castingshows nähren seit Jahren die Hoffnung vom schnellen Ruhm. Auch gehört es zum guten Ton, sich via Facebook, Blog oder Twitter zu inszenieren. Was heisst das für unseren Alltag? Die Diskussion zur «Generation Casting» im «Club» mit Karin Frei.

Dank der vielen Plattformen kann sich jeder präsentieren, ob talentiert oder nicht, das Rampenlicht ist demokratisch geworden. Wird ein einzelner in die Prominenz gespült hat das Folgen. Die Bilder sind uns vor Augen: Der Musicstar-Teilnehmer, der seinem Frust mit einem Autocrash ins Ringiergebäude Luft macht. Die Ex-Miss, die plötzlich religiös wird. Der Sechstplatzierte, der besteht und mit dem ganze Fussballstadien „Chumm bring en hei“ singen. Sie alle gehören zur „Generation Casting“. Der Club fragt: Wie er- und überlebt man einen Hype um die eigene Person? Wie tief fällt man, wenn das Spotlicht aus ist? Wie sehr überträgt sich das allgegenwärtige Eigenmarketing auf unseren Alltag? Gilt das Motto „Ich verkaufe mich, also bin ich“ auch immer mehr in der ganz normalen Berufswelt? Und wenn dem so ist, verändern sich dadurch unsere Werte oder ist der Kampf um Aufmerksamkeit und die gleichzeitige Lust, dabei zuzuschauen, das was es immer war, einfach in einer etwas anderen Form?

Gesprächrunde

Peter Schneider, Psychoanalytiker, Kolumnist
Stephanie Berger, Komikerin, ehemalige Miss-Schweiz
Marc Sway, Musiker, Jury „The Voice of Switzerland“
Lorenzo Leutenegger, "The Bachelor"
Maya Wirz, Gewinnerin "Die grössten Schweizer Talente“, Buschauffeurin
Philipp Keel, Künstler, Autor und Verleger (Diogenes)

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei

  • Marc Sway, Musiker, Jury „The Voice of Switzerland“

    Marc Sway, Musiker, Jury „The Voice of Switzerland“

    «Eine Castingshow ist wie eine Schanze, also eine Möglichkeit zum Sprung anzusetzen. Fliegen muss man danach selber. Das heisst, die harte Arbeit beginnt nach der Castingshow. Selbstinszenierung hin oder her, am Schluss muss einfach etwas da sein, das die Menschen berührt und das war schon immer so.»

  • Stephanie Berger, Komikerin, ehemalige Miss-Schweiz

    Stephanie Berger, Komikerin, ehemalige Miss-Schweiz

    «In der Gesellschaft gibt es durch Castingshows und mediale Plattformen wie Facebook und Youtube eine gefährliche neue Erkenntnis, es sei einfach Star zu werden, man müsse nichts mehr leisten, um berühmt und reich zu werden. Die Hemmschwelle für Selbstdarsteller ist heute eindeutig geringer, als früher.»

  • Lorenzo Leutenegger, "The Bachelor"

    Lorenzo Leutenegger, "The Bachelor"

    «Beim Erfolg der Casting-Shows spielt der Voyeurismus der Zuschauer eine grosse Rolle. Auch eine Kritik ist letztlich ein Beweis für das Interesse an der Sendung. Mich hat es gefreut, dass ich die Menschen unterhalten habe.»

  • Philipp Keel, Künstler, Autor und Verleger (Diogenes)

    Philipp Keel, Künstler, Autor und Verleger (Diogenes)

    «In einer Zeit, in der die Menschen mit ihren Smartphones in der Hand aneinander vorbeischauen und alles immer schneller geht, ist der Wunsch, gesehen zu werden umso grösser. Der Irrtum dabei ist, dass man bei so mancher Selbstinszenierung zwar gesehen, aber als Mensch nicht erkannt wird.»

  • Maya Wirz, Gewinnerin "Die grössten Schweizer Talente“

    Maya Wirz, Gewinnerin "Die grössten Schweizer Talente“

    «Die Motivation zu singen wurde von der Sendung angeregt und ich hatte die einmalige Möglichkeit vor vielen Menschen aufzutreten. Die grosse Aufmerksamkeit, vor Publikum auf der Bühne zu stehen, ist ein Adrenalinkick, den man immer wieder will! Dabei spielen die Medien eine wichtige Rolle.»

  • Peter Schneider, Psychoanalytiker, Kolumnist

    Peter Schneider, Psychoanalytiker, Kolumnist

    «Der Casting-Firlefanz des Fernsehens hat in der High-End-Kultur seine Entsprechung im Affentheater der Rankings z.B. auch des Bildungswesens. Selbst die einst so ehrwürdig angestaubten Universitäten rangeln sich mittlerweile wie die Idioten um die ersten Plätze in dieser und jener Evaluation und balgen sich um den Aufstieg in die Exzellenz-Liga.»