Gewählt ist ….

  • Dienstag, 8. Dezember 2015, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 8. Dezember 2015, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 9. Dezember 2015, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 9. Dezember 2015, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 9. Dezember 2015, 16:40 Uhr, SRF info

Der Countdown läuft. Parteien und offizielle Kandidaten sind in Position, die Königsmacher halten sich bedeckt. Noch polarisiert das Dreierticket der SVP, aber auch die Frage, welches Profil ein Bundesrat haben sollte. Macht doch ein Sprengkandidat das Rennen? Analysen und Prognosen im «Club».

Die SVP will aus der Partei ausschliessen, wer ohne ihren Segen die Wahl annimmt. Viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier verstehen das als Erpressung. Andere wiederum lassen sich nicht irritieren und wollen den zweiten SVP-Bundesrat so schnell wie möglich in die Verantwortung der heissen Dossiers einbinden: Europa, Zuwanderung, Flüchtlinge. Widerspenstige liessen sich so am ehesten zähmen, lehre uns die Geschichte.

Auch die Polarisierung der Parteienlandschaft und die damit verknüpfte Blockbildung im Bundesrat geben zu reden. Sie rütteln an der sogenannten Zauberformel und führen zu endlosen Debatten, wie ehern dieses 2-2-2-1 sei. Und schliesslich bleibt die grosse Streitfrage, was Konkordanz – Eintracht in der Regierung – bezüglich des Kandidatenprofils bedeute. Für Spannung ist gesorgt, nicht zuletzt auch, weil es in der Vergangenheit immer wieder Bundesratskrimis gab. Die Abwahl von Christoph Blocher und der Überraschungscoup mit Eveline Widmer-Schlumpf sind uns noch allzu gut in Erinnerung.

Es gehört zur Tradition des «Club», in der «Nacht der langen Messer» zu diskutieren und zu spekulieren. Die Gesprächsgäste gehörten selbst einmal zum Wahlgremium im Bundeshaus. Sie erzählen, wie in den Beizen, in den Hinterzimmern und in den Wandelhallen taktiert wird.

Unter der Leitung von Thomy Scherrer diskutieren:

Toni Bortoluzzi, alt Nationalrat SVP
Andrea Hämmerle, alt Nationalrat SP
Franz Steinegger, alt Nationalrat FDP und ehem. Parteipräsident FDP
Rosmarie Zapfl, alt Nationalrätin CVP
Daniel Vischer, alt Nationalrat Grüne
Ursula Haller, alt Nationalrätin BDP

Positionen

Toni Bortoluzzi: «Die Partei, welche die Wahlen gewinnt, hat keine Freunde. Deshalb ist es nicht auszuschliessen, dass der SVP bei den Bundesratswahlen eins ausgewischt wird und ein Kuckucksei ins Nest gelegt wird.»

Andrea Hämmerle: «Bei Bundesratswahlen wird zu viel über Partei-Formeln diskutiert und zu wenig über Charakter und Kompetenz. Die Kandidaten des SVP-Dreiertickets erreichen das Niveau der abtretenden Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf bei weitem nicht. Ihr kann man eigentlich nur vorwerfen, dass sie Mitglied einer zu kleinen Partei ist.»

Rosmaire Zapfl: «Der Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz ist nach den Wahlen klar gegeben. Die Bundesversammlung muss die Freiheit haben, den Besten oder die Beste aus den Reihen der SVP zu wählen und darf sich nicht dem Diktat der Parteileitung beugen.»

Daniel Vischer: «Im Vorfeld reden vor allem die, die fraktionsintern nichts zu sagen haben. Es hängt alles von der CVP ab, für die kommt die wichtige Wahl indes wohl erst in einem Jahr, wenn Schneider-Ammann zurücktritt.»

Ursula Haller: «Bundesratswahlen haben ihre ganz eigenen Rituale, oft nach der Devise «Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt» – aber sie dürfen nie und nimmer zu einer simplen Castingshow mit einem fragwürdigen Unterhaltungswert degradiert werden. Die Glaubwürdigkeit der Politik, die Verlässlichkeit der Parteien und das Ansehen der Politiker stehen auf dem Spiel.»

Beiträge

  • Thomy Scherrer stellt die Gäste vor:

    Am Abend vor den Bundesratswahlen spricht Thomy Scherrer mit ehemaligen Politikerinnen und Politikern über die aktuelle Nacht der langen Messer, mögliche Kandidatinnen und Kandidaten und Anekdoten vergangener Bundesratswahlen.

  • Toni Bortoluzzi, alt Nationalrat SVP

    Die Ausschlussklausel der SVP hat im Vorfeld der Bundesratswahlen für Gesprächsstoff und Unmut gesorgt. Der ehemalige SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi verteidigt die Ausschlussklausel.

  • Andrea Hämmerle, alt Nationalrat SP

    Der ehemalige Nationalrat fädelte 2007 die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf anstelle von Bundesrat Christoph Blocher ein. Andrea Hämmerle schätzt die Chance eines Sprengkandidaten für diese Bundesratswahlen als gering ein.

  • Franz Steinegger, alt Nationalrat FDP

    Ein zweiter Bundesratssitz für die SVP bedeutet für den ehemaligen Nationalrat Franz Steinegger politische Verantwortung zu übernehmen. Wenn die SVP keinen zweiten Bundesratssitz erhält, würden sich die "unheiligen Allianzen" fortsetzen.

  • Rosmarie Zapfl. alt Nationalrätin CVP

    Der Vorschlag der SVP für den Bundesrat, das sogenannte Dreierticket, ist für Rosmarie Zapfl eine Zumutung. Dass es die SVP nicht schafft, auch eine Frau als Bundesrätin vorzuschlagen, ist für die ehemalige Nationalrätin unverständlich.

  • Daniel Vischer, alt Nationalrat Grüne

    Daniel Vischer findet es müssig, über die politische Ausrichtung der vorgeschlagenen SVP-Bundesratskandidaten zu diskutieren. Wenn man nicht mit einem SVP-Bundesrat leben könne, dann solle man die Konsequenzen ziehen und auf einen zweiten SVP-Sitz im Bundesrat verzichten.

  • Ursula Haller, alt Nationalrätin BDP

    Ursula Haller gehört zu den Gründungsmitgliedern der BDP. Die abtretende BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sei eine ausgezeichnete Bundesrätin gewesen.

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