Grenzenlose Liebe

  • Dienstag, 18. Oktober 2016, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 18. Oktober 2016, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 19. Oktober 2016, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 19. Oktober 2016, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 19. Oktober 2016, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 20. Oktober 2016, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 21. Oktober 2016, 10:00 Uhr, SRF info
    • Samstag, 22. Oktober 2016, 14:05 Uhr, SRF info

Sie kommen aus verschiedenen Ländern und Kulturen und haben sich verliebt: binationale Paare. Was sind die Herausforderungen und Probleme in ihrem Alltag?

Mehr als jede dritte Ehe in der Schweiz ist binational. Dies kommt in einer globalisierten Welt immer häufiger vor. Eine Partnerschaft zwischen zwei Kulturen kann bereichernd sein, Offenheit und Toleranz spielen eine wichtige Rolle. Die Kinder wachsen mehrsprachig auf, die Familie lebt verschiedene Traditionen. Doch viele binationale Paare stehen unter Druck rasch zu heiraten, damit der ausländische Partner eine Aufenthaltsbewilligung erhält. Oft entsteht ein Machtgefälle wenn die Ausbildung hier in der Schweiz nicht anerkannt wird und der ausländische Partner auf das Geld des anderen angewiesen ist. Es kommt zu Spannungen oder gar zur Scheidung.

Im «Club» berichten Menschen aus ihrem multikulturellen Alltag. Und auch Radio SRF1 spürt ab dem 17. Oktober in einer Serie nach, wie die grenzenlose Liebe funktioniert.

Die Gäste bei Thomy Scherrer im «Club»:

Noemi und Niklaus Kunz, Pflegeassistentin und selbstständiger Schreiner, binationales Ehepaar
Xhemal Ahmeti, Historiker und Publizist, binational verheiratet
Meia Stahel Zoalang, IG Binational, binational verheiratet
Esther Hubacher, Stellenleiterin Frabina, Beratungsstelle für binationale Paare
Isabelle Stüssi, Ethnologin und Journalistin

Positionen

Niklaus Kunz: «Ich habe viel Glück in meiner Beziehung zu Noemi. Damit die Ehe auch längerfristig funktioniert, braucht es viel Toleranz und Einfühlungsvermögen für die andere Kultur des Partners.»

Xhemal Ahmeti: «Wir haben immer wieder Probleme in der Ehe und mit der Erziehung der Kinder wegen der unterschiedlichen Herkunftskultur, aber wir haben gelernt darüber zu sprechen.»

Meia Stahel Zoalang: «Eine binationale Ehe ist eine Bereicherung: man ist mit einem Menschen aus einer anderen Lebenswirklichkeit konfrontiert. Täglich hat man zu entscheiden, ob man festgefahrene Selbstverständlichkeiten über Bord wirft oder die Unterschiede stehen lässt. Dies ist zu schaffen, weil die Liebe verbindet.»

Esther Hubacher: «Gegenseitige Neugier und Offenheit für Kultur und Sprache des anderen sind wichtige Erfolgsfaktoren für eine binationale Ehe. Den meisten Paaren gelingt dies auch. Die Scheidungsrate bei binationalen Ehepaaren liegt jedenfalls nicht höher als bei Schweizer Ehepaaren.»

Isabelle Stüssi: «Liebe ist komplex, ob man binational oder mononational verheiratet ist. Eine gute Kommunikationskultur als Paar ist das Wichtigste. Bei binationalen Paaren spielt sie eine umso grössere Rolle, da meist grosse sprachliche Barrieren vorhanden sind. Dies und der unterschiedliche sozio-kulturelle Hintergrund fallen bei solchen Beziehung mehr ins Gewicht.»

Beiträge

  • Thomy Scherrer stellt die Gäste vor

    Diskutiert wird, was die Freuden, Herausforderungen und Probleme im Alltag binationaler Paare sind.

  • «Ich habe schnell gemerkt, dass wir diesselben Interessen haben.»

    Niklaus Kunz sagt, er ging relativ naiv in diese Beziehung. Als er Noemi aus den Philippinen heiratete, kannte er sie noch nicht richtig. Er sei aber neugierig und offen und hatte ein gutes Gefühl mit ihr.

  • «Unsere Kinder sollten wie ich frei aufwachsen.»

    Noemi Kunz ist auf den Philippinen aufgewachsen. Sie wuchs bescheiden auf, aber mit viele Freiheiten. Dies wollte sie auch ihren Kindern in der Schweiz ein Stück weit weitergeben.

  • «Die Familie in Afrika erwartet finanzielle Unterstützung.»

    Kommt ein Partner zum Beispiel aus Afrika, erwartet seine Familie finanzielle Unterstützung. Dies kann in einer binationalen Ehe zu Konflikten führen, erzählt Meia Stahel Zolang aus ihrer Erfahrung in der IG Binational. Besonders wenn der ausländische Partner kein eigenes Geld verdient.

  • «In Mauritius pflegt man Freundschaften unkomplizierter.»

    Isabelle Stüssis Mutter ist aus Mauritius und wurde auch von deren Kultur geprägt. Die Ethnologin und Journalistin Isabelle Stüssi beschreibt die Kulturunterschiede, dass man zum Beispiel in Mauritius viel unkomplizierter im Freundeskreis miteinander umgeht.

  • «Der Prozess der Sozialisierung ist sehr anspruchsvoll.»

    Xhemal Ahmeti beschreibt, wie schwierig und anspruchsvoll sein Prozess der Sozialisierung war. Er beobachtet auch bei seinen Landsleuten, wie der Druck der Herkunftsfamilie dem Integrationsprozess im Wege stehen kann.

  • «Das Leben in Afrika bringt uns wertvolle Lebenserfahrungen.»

    Das Ehepaar Dansour ist nach Afrika zurückgekehrt. Marcial stammt aus Benin, seine Frau Lea aus der Schweiz. Sie beschreibt in einem Skype-Interview ihre Familiensituation in Benin.

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