Herz her!

  • Dienstag, 17. Oktober 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 17. Oktober 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 18. Oktober 2017, 1:40 Uhr, SRF 1
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    • Samstag, 21. Oktober 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Wer sich nicht weigert, wird zum Organspender. Das will eine neue Initiative, welche die so genannte Widerspruchslösung propagiert. Die Initianten hoffen, dass so in der Schweiz endlich mehr Organe gespendet werden. Die Gegner jedoch warnen: Der Staat soll sich nicht einmischen.

Wenn man Umfragen glauben darf, so ist ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung der Organspende gegenüber positiv eingestellt. Dennoch werden hierzulande weit weniger Organe gespendet als in einigen von unseren Nachbarländern. Letztes Jahr waren es gerade einmal 111 Organspender, während rund 1500 Personen auf ein Spenderorgan warten. Die Widerspruchslösung soll Abhilfe schaffen: Auch wer keinen Spenderausweis hat, soll künftig zum Spender werden. Die Junge Wirtschaftskammer Riviera in Genf, die die Initiative am Dienstag lanciert, will die Mitmenschen dazu aufrufen, Leben zu retten. Kann man da etwas dagegen haben?

Kann man: Eine solche Änderung des Gesetzes sei fragwürdig, sagen Kritiker, weil es die Persönlichkeitsrechte tangiere. Zudem müsse man sich fragen, wer sonst noch profitiert - die Pharmaindustrie zum Beispiel. Der Körper werde so über den Tod hinaus kommerzialisiert.

Tatsache ist: In der Schweiz müssen die Angehörigen entscheiden, ob Mutter, Vater, Kind oder Partner zum Organspender, zur Organspenderin, werden soll. Ein Entscheid, der belastet. Oft wird gegen eine Organspende entschieden.

Wieso? Sind die fehlenden Informationen schuld? Ist es fehlende Solidarität? Oder dominieren gar die Ängste, dass die Maschinen zu früh abgestellt werden könnten?

Würde eine Widerspruchslösung tatsächlich zu mehr Organspenden führen? Oder entstehen nur neue Probleme?

Im «Club» unter der Leitung von Norbert Bischofberger diskutieren:

Stefan Büsser, Moderator SRF 3, Comedian, wird dereinst eine Spenderlunge brauchen
Franz Immer, Direktor Swisstransplant, Herz- und Gefässchirurg
Ruth Baumann-Hölzle, Medizinethikerin, Institutsleiterin Dialog Ethik
Hubert Kössler, Seelsorger Inselspital Bern
Urs Bernegger, Angehöriger
Renata Isenschmid, herztransplantiert