Impfzwang durch die Hintertür?

  • Dienstag, 16. Juli 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 16. Juli 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
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Wer nicht geimpft ist, kann bei einem Masernausbruch bis zu drei Wochen von der Schule gewiesen werden. So geschehen kürzlich in den Kantonen Schwyz und Uri. Sie setzen die harte Linie des Bundes um. Impfgegner wehren sich gegen die Beschneidung ihrer Freiheitsrechte.

Nur durch den Ausschluss der nicht geimpften Schüler und Lehrer könnten bei einem Masernausbruch weitere Ansteckungen verhindert werden, argumentiert das Bundesamt für Gesundheit. Die Zentralschweizer Kantonsärzte haben sich gemeinsam dazu entschlossen, diese harte Linie an ihren Schulen zu fahren. Am Theresianum in Ingenbohl (SZ) wurden kürzlich alle nicht geimpften Schüler frühzeitig in die Ferien geschickt, im benachbarten Kanton Uri diejenigen der betroffenen Klasse. Impfgegner sehen in den Massnahmen einen versteckten bis offenen Impfzwang. Sie wehren sich gegen die Beschneidung ihrer Freiheitsrechte und werfen Ärzten und Bund vor, auf Alarmismus zu machen. Impfbefürworter bezeichnen diese Haltung als verantwortungslos.

Der Konflikt über den richtigen Umgang mit Masern ist Thema im «Club» mit Mona Vetsch:

Svend Capol, Kantonsarzt Schwyz: «Masern konsequent bekämpfen, heisst Leid verhindern. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, muss die Konsequenzen tragen. Dazu gehört auch die Möglichkeit eines Schulausschlusses.»

Peter Mattmann-Allamand, FMH Allgemeinmedizin & Homöopathie: «Seit 35 Jahren habe ich ständig mit Masern zu tun (allein im Jahr 2008 135 Fälle). Noch nie erlebte ich eine gefährliche Komplikation. Die Ausrottungs-Strategie der WHO setzt unsere Freiheitsrechte rechtlich nicht haltbar unter Druck. Die Masern sind keine Gefahr für die Volksgesundheit.»

Esther Theiler, Mutter und Krankenschwester: «Ein Schulausschluss nicht geimpfter Kinder ist Panikmache von Ärzten und Politikern. Ich wünsche mir als Mutter die Freiheit, meine Kinder nicht impfen zu müssen. Meine persönliche Entscheidung soll respektiert werden, ohne mich oder meine Kinder in irgendeiner Form zu diskriminieren.»

Beda Stadler, Prof. für Immunologie Uni Bern: «Wir haben die Freiheit schlicht nicht, einen anderen Menschen mit einer ansteckenden Krankheit zu beglücken. Erst recht nicht, wenn diese gefährlich ist.»

Heinz Bäbler, Verein «Schule und Elternhaus Schweiz»: «Kinder haben ein Recht auf Bildung. Wenn Ungeimpfte ausgeschlossen werden, geht das in Richtung eines Impfzwanges.»

Regula Zehnder, Journalistin: «Dank der heutigen Impfverweigerer habe ich mit 34 Jahren Masern bekommen. Der Verlauf der Krankheit war schwer. Meine Erfahrung bringt mich zur Überzeugung, dass Impfen für alle ein Muss ist.»

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Zur Kontroverse über den Konflikt zwischen individuellen Freiheitsrechten und sozialer Verantwortung beim Impfen lädt Mona Vetsch illustre Exponenten beider Lager:

  • Svend Capol

    Der Schulausschluss nicht geimpfter Kinder empört die Impfgegener. Die Massnahme sei nicht logisch, weil sich gerade die Ugeimpften eine Ansteckung durch Masern wünschen. Der Kantonsarzt kontert den Vorwurf:

  • Esther Theiler

    Handelt verantwortungs- und herzlos, wer sein Kind nicht gegen Masern impfen, sondern es im Gegenteil mit der Karnkheit anstecken lässt?

  • Beda Stadler

    Wie ansteckend und gefährlich sind Masern?

  • Peter Mattmann

    Welche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet und welchen Einfluss auf die Ansteckung durch Masern hat die herrschende Impfkultur?

  • Regula Zehnder

    Masern als erwachsene Frau durchzumachen, muss die Hölle sein:

  • Heinz Bäbler

    Die Risikoabwägung spielt bei Impfgegenern und -befürworter eine wichtige Rolle beim Entscheid, ob sie ihre Kinder impfen lassen oder eben nicht: