Jugend fordert: Mehr Freiraum!

"Mehr Freiräume und Toleranz" - die Slogans der demonstrierenden Jugend in Bern sind unüberhörbar. Auch in andern Schweizer Städten gehen sie forsch mit ihren Forderungen auf die Strasse. Meldet sich die Wohlstandsjugend mit abstrusen Partywünschen zu Wort oder steckt mehr hinter dem Aufbegehren?

10 000 Jugendliche versammelten sich am Wochenende auf dem Bundesplatz. Sie wollen eine grössere Lärmtoleranz und mehr Freiräume. Mit diesen Anliegen sind sie nicht alleine. In Chur wehrt sich die Jugend, aber auch in Städten wie Basel oder Zürich. Gibt es zu viele Verbote und Reglementierungen? Müssen Politik und Gesellschaft diesem Ruf nach mehr Freiheit Gehör schenken? Bahnt sich eine neue "Jugendbewegung" an? Ein  «Club» unter der Leitung von Mona Vetsch.

Diskussionsrunde

  • Thomas Berger, Aktivist und Präsident Verein Nachtleben Bern
  • Alexander Tschäppät, Stadtpräsident Bern
  • Charles A. Weibel, Leiter Arbeitsgruppe «Lärm» Quartierverein Zürcher Altstadt
  • Kurt Imhof, Professor für Soziologie Universität Zürich
  • Hannes Barfuss, Student und Künstler, kämpft in Chur für mehr Freiraum
  • Isabelle von Walterskirchen, Geschäftsleitung Petzi

Beiträge

  • Mona Vetsch, Moderatorin

    Mona Vetsch, Moderatorin

  • Alexander Tschäppät, Stadtpräsident Bern

    Alexander Tschäppät, Stadtpräsident Bern

    «Es ist toll, dass sich Jugendliche das Recht nehmen, für ihre Anliegen zu kämpfen. Von Brodeln kann nicht die Rede sein. Die Polizei hat sich klug verhalten. Genauso wenig kann man behaupten, Bern habe kein Nachleben. Die Frage ist, wie viel davon erträgt eine Stadt, und wie gross muss die Rücksichtnahem auf das Bedürfnis anderer nach Nachtruhe sein.»

  • Isabelle von Walterskirchen, nicht gewinnorientierte Musikclubs

    Isabelle von Walterskirchen, nicht gewinnorientierte Musikclubs

    «Erwachsene und Politiker respektieren zu wenig die jugendliche Kultur des Nachtlebens. Sie sehen die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte nicht. Deshalb setzen sie sich kaum für uns ein. Wir sind für sie immer nur die Problemjugend und der Störfaktor.»

  • Hannes Barfuss, Student, kämpft in Chur für mehr Freiraum

    Hannes Barfuss, Student, kämpft in Chur für mehr Freiraum

    «Ich kämpfe dafür, dass man in Chur die Bedürfnisse der Jugendlichen endlich wahrnimmt. Wir nehmen nicht hin, dass öffentlicher Alkoholkonsum nach 00.30 Uhr verboten ist und dass wir neben den kommerziellen Angeboten kein Kulturzentrum für Junge haben.»

  • Thomas Berger, Präsident «Verein Nachtleben Bern»

    Thomas Berger, Präsident «Verein Nachtleben Bern»

    «Wir setzen uns für ein Recht auf Nachtleben ein. Aktuell fehlt den Club-Betreibern und Veranstaltern von Parties aber jegliche Rechtssicherheit. Der Verein Nachtleben Bern ist überzeugt, dass mit einer sinnvollen Gesetzgebung sowohl Ruhe suchende Anwohner als auch Nachtschwärmer koexistieren könnten.»

  • Kurt Imhof, Professor für Soziologie Universität Zürich

    Kurt Imhof, Professor für Soziologie Universität Zürich

    «In Bezug auf Jugendanliegen war unsere Gesellschaft noch nie so liberal wie heute. Die Kommerzialisierung des Nachtlebens ist ein Fakt. Es gibt zu wenig Freiräume für Leute mit geringen Mitteln. Was man in Bern gsehen hat, halte ich jedoch für absolut unpolitisch.»

  • Charles A. Weibel, AG «Lärm» Quartierverein Zürcher Altstadt

    Charles A. Weibel, AG «Lärm» Quartierverein Zürcher Altstadt

    «Ich wohne im Zürcher Niederdorf, dem wohl bekanntesten Wohn- und Vergnügungsviertel der Schweiz. In den vergangenen Jahren haben Nachtlokale und Nachtlärm massiv zugenommen. Wir wollen keine totenstille Altstadt, aber eine, in der neben dem Nachtleben auch Nachtruhe möglich ist.»