Krampfen bis zum Umfallen

Krampfen bis zum Umfallen, wegen Stress krank werden, an fehlender Anerkennung leiden - ohne je Erfolg zu verbuchen. Viele kennen das Klagelied. Am Tag der Arbeit diskutiert Mona Vetsch im «Club» über Höhen und Tiefen des Erwerbslebens.

Viele rackern sich für eine Berufskarriere ab. Einige mit Erfolg, andere bringen es trotz Einsatz auf keinen grünen Zweig. Stressbedingte Krankheiten nehmen deutlich zu, ein Drittel der Angestellten klagt über zu grossen Leistungsdruck und fehlende Wertschätzung. Was macht eine befriedigende Arbeit aus? Mona Vetsch diskutiert mit eigenwilligen Unternehmern und Angestellten, aber auch mit Selbständigen, die sich in kein Schema pressen lassen, weil sie unkonventionelle Wege gehen.

Gesprächsgäste

  • Daniel Huber, Personalchef Alstom Schweiz
  • Sonja Wiesmann, ehemalige Bauführerin, Mutter, Gemeindepräsidentin Wigoltingen
  • Christian Hunziker, CEO Gebäudetechnik Hunziker Partner AG, Präsident Öbu «Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften»
  • Dieter Kissling, Arbeitsmediziner, Unternehmer
  • Janine Laube, Tänzerin und Gärtnerin
  • Jan Suter, ehemaliger Non-Profit-Manager, stellenlos auf Arbeitssuche

Beiträge

  • Mona Vetsch, Moderatorin

    Mona Vetsch, Moderatorin

  • Daniel Huber, Personalchef Alstom Schweiz

    Daniel Huber, Personalchef Alstom Schweiz

    «Ich habe für mich einen Triangel des Glücks konzipiert. Die drei Kanten bedeuten: Was will ich – was kann ich – was muss ich? Das ist mit den Fragen gekoppelt: Was will ich nicht – was kann ich nicht – was muss ich nicht? Mit diesem Triangel des Glücks beurteile ich meine Lebensentscheide udn bin damit bisher sehr gut gefahren.»

  • Dieter Kissling, Arbeitsmediziner, Unternehmer

    Dieter Kissling, Arbeitsmediziner, Unternehmer

    «Es ist dramatisch, wenn 34% der Menschen häufig bis sehr häufig unter Stress leiden. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren markant gestiegen. Die Ausfälle am Arbeitsplatz wegen psychischer Erkrankungen haben massiv zugenommen. Das sind deutliche Folgen des wirtschaftlichen Beschleunigungsdrucks.»

  • Christian Hunziker, CEO Gebäudetechnik Hunziker Partner AG

    Christian Hunziker, CEO Gebäudetechnik Hunziker Partner AG

    «Stress ist die Unfähigkeit, die nötige Arbeit in der richtigen Zeit zu erledigen. Das kann auch damit zu tun haben, dass Menschen überfordert sind. Wer den Job nicht kann, ist abends nudelfertig, hat die Arbeit nicht erledigt und ist dadurch sehr unglücklich. Glück hat auch mit Genügsamkeit bei der Berufskarriere zu tun. Beförderungen können deshalb auch unglücklich machen, obwohl sie vielleicht mehr Verdienst bringen.»

  • Janine Laube, Tänzerin und Gärtnerin

    Janine Laube, Tänzerin und Gärtnerin

    «Ich lebe in einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Freunden und Kindern. Mein Lebensziel: nur machen, was ich gerne habe, wo Leidenschaft dahinter steckt. Ich gebe Tanzkurse und koche für die Teilnehmerinnen, führe an Schulen Theaterprojekte durch und verdiene Geld mit Putzen. Ich wohne zwar in einer romantischen Umgebung, aber wir arbeiten alle hart für unser Glück.»

  • Jan Suter, ehemaliger Non-Profit-Manager

    Jan Suter, ehemaliger Non-Profit-Manager

    «Für mich ist es kein Problem auf materielle Güter wie Auto, Handy oder einen Kühlschrank zu verzichten. Für mich ist das wie Sport. Ich habe es einmal ausprobiert und Gefallen daran gefunden. Für mich als einer aus der Mittelklasse, der nie an Armut gelitten hat, ist dieser Verzicht einfacher als für Leute, die unfreiwillig in Armut leben.»

  • Sonja Wiesmann, Mutter, Gemeindepräsidentin Wigoltingen

    Sonja Wiesmann, Mutter, Gemeindepräsidentin Wigoltingen

    «Damit ich nach der geburt unserer Kinder Karriere machen konnte, hat mein Mann den Haushalt besorgt und unsere Zwillinge betreut. Jetzt, wo sie schon im Kindergarten sind, wollte er wieder teilzeitlich in seinen Beruf einsteigen. Aber die Aussichten auf dem Markt sind keine rosigen. Teilzeitbeschäftigung ist ein Karrierekiller.»