Krim-Krise: Wie gefährlich ist Putin?

  • Dienstag, 25. März 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 25. März 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 26. März 2014, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 26. März 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 27. März 2014, 4:00 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 27. März 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 29. März 2014, 14:05 Uhr, SRF info

Mit seinem Krim-Coup hat der russische Präsident die Welt brüskiert. Die friedliche Koexistenz steht auf dem Spiel, Erinnerungen an den Kalten Krieg werden wach. Ob Putins Muskelspiele mehr als nur eine Drohgebärde sind und welche Schuld den Westen trifft, spaltet die öffentliche Meinung.

Die Krim-Krise beschäftigt weltweit und spitzt sich täglich zu. Mittlerweile gilt das Motto «Auge um Auge, Zahn um Zahn»: Die USA und die EU haben ihre Sanktionen verschärft, Russlandpräsident Putin erlässt im Gegenzug Einreisesperren. Doch nicht nur auf diplomatischer Ebene verschärft sich die Lage, bereits sind auch Schüsse auf der Halbinsel Krim gefallen.

Die Krim-Krise kommt nicht aus heiterem Himmel. Putin freundlich gesinnte Kreise warnen seit geraumer Zeit, dass Nato und EU mit ihrer Machtausdehnung die russischen Interessen bedrohlich tangieren könnten. Die erzwungene Einsetzung einer prowestlichen Regierung in der Ukraine habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Putin sei durch die Entwicklung in Bedrängnis geraten und seine harsche Reaktion sei verständlich, argumentieren sie. Die westlichen Länder samt den USA prangern hingegen das aggressive Verhalten Putins und die Verletzung des Völkerrechts als einseitig, unbegründet und inakzeptabel an. Über die verhängten und angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen besteht jedoch Uneinigkeit. Ihr Nutzen wird in Frage gestellt, weil die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Parteien zu komplex seien.

Die Schweiz z.B. hat wochenlang auf Sanktionen gegen Russland verzichtet, um den Erfolg der OSZE- Mission von Bundespräsident Didier Burkhalter nicht zu gefährden. Nun hat Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann doch eine erste politische Konsequenz verkündet: Die Verhandlungen mit der Zollunion von Russland, Weissrussland und Kasachstan werden sistiert.

Der Konflikt mit Russland und seinem aggressiven Präsidenten schwelt, eine Lösung scheint nicht in Sicht, die Angst vor einer kriegerischen Zuspitzung bleibt real.

Warum hat Putin zugeschlagen und wie gefährlich ist er? Stoppt er seinen Expansionskurs von alleine oder muss ihn der Westen in die Knie zwingen? Zeugt die Ausdehnung der Natozone von fehlender Sensibilität des Westens? Wie kann der Konflikt beigelegt werden und welche Rolle spielt dabei die Schweiz?

Unter der Leitung von Mona Vetsch diskutieren im «Club»:

Igor Petrov, ehemaliger russischer Diplomat, Journalist Swissinfo
Orest Fil, Vizepräsident Ukrainischer Verein Schweiz
Swetlana Reutener, russische Geschäftsfrau und Kulturvermittlerin Schweiz-Russland
Andreas Gross, SP-Nationalrat, Europaparlamentarier und Russlandkenner
Wolfgang Koydl, Schweiz-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung», ehemaliger Russland-Korrespondent
Heinz Krummenacher, Friedensforscher, Direktor Schweizerische Friedensstiftung

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Mona Vetsch führt ins Thema ein und begrüsst ihre Gäste:

  • Heinz Krummenacher

    Stehen wir vor einer Neuauflage des Kalten Krieges zwischen Ost und West?

  • Andreas Gross

    Was ist von Putins wiederholten Bekenntnissen zu den Standards der Rechtsstaatlichkeit zu halten?

  • Swetlana Reutener

    Wie ticken die Russen und was haben sie von ihrem Präsidenten Putin in der Krim-Frage erwartet?

  • Wolfgang Koydl

    Warum wird das Verhalten der EU gegenüber der Ukraine so harsch kritisiert?

  • Igor Petrov

    Wie weit hat sich Putin von den Werten der Völkergemeinschaft entfernt?

  • Orest Fil

    Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer der Krim-Krise?