Magersucht - ein tödliches Schönheitsideal

  • Dienstag, 26. Mai 2015, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 26. Mai 2015, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 27. Mai 2015, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 27. Mai 2015, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 28. Mai 2015, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 28. Mai 2015, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 30. Mai 2015, 14:05 Uhr, SRF info

Sie sehen für sich selbst ein einziges Ziel: dünn zu sein. Frauen, Mädchen und immer öfter auch Jungen. Der Schlankheitswahn führt sie in die Magersucht. Mehr als jede Zehnte stirbt daran. Ein Club über tödliche Körperideale und die Frage, wie man ihnen begegnen kann.

Wer über längere Zeit kaum etwas isst, läuft Gefahr, in eine Magersucht abzurutschen. Ihr zu entrinnen ist oft fast unmöglich. Sie zu zelebrieren immer einfacher. Social Media, Hollywoodstars und Magermodels machen es vor. In Internetforen und via Bildmedien wie Instagram wird abstrusen Schönheitsidealen nachgeeifert. Schön ist in den Augen der Magersüchtigen, wer hervorstehende Beckenknochen oder einen "Thighgap", eine Lücke zwischen den Oberschenkeln, aufweisen kann. Im Schutz der Anonymität spornt man sich gegenseitig zum Hungern an.

Während in Frankreich das Parlament die schädlichen Vorbilder per Gesetz von den Laufstegen verbannen will, führt das Phänomen in der Schweiz zwar immer mal wieder zu Diskussionen, ein offener Diskurs ist jedoch schwierig. «Die Gefahr, dass man junge Menschen so überhaupt erst auf die Idee bringt zu hungern, besteht», sagt die Leiterin des Zentrums für Essstörungen am Universitätsspital Zürich Gabriella Milos. Trotzdem ist es wichtig, einen Umgang mit dem eigenen Körperbild zu finden. Nur, wie soll das gehen?

Im Club erzählen Magersüchtige und Angehörige von ihrem Leidensweg mit einer perfiden Sucht: «Wenn ich rauche oder trinke, habe ich die Chance, darauf zu verzichten, essen muss ich immer, die Auseinandersetzung damit endet nie», bringt es eine Magersüchtige auf den Punkt. Von den an Anorexie erkrankten Patienten werden gut die Hälfte geheilt, bei einem Fünftel wird es zu einer chronischen Erkrankung und etwa 10% der Betroffenen sterben daran, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Essstörungen Zürich. Umso dringender stellt sich die Frage: Wie soll man gegen die tödlichen Schönheitsideale vorgehen?

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren:

Claudia Hasler, Magersüchtige
Marina Frei, ehemals Magersüchtige
Alexander Wilhelm, Vater einer magersüchtigen Tochter
Gabriella Milos, Leitende Ärztin Zentrum für Essstörungen Universitätsspital Zürich
Brigitte Rychen, Workshopleiterin Körperwahrnehmung für Jugendliche («Bodytalk PEP», Inselspital Bern)

Beiträge

  • Karin Frei

    Thema, Gäste

  • Marina Frei

    Hat sich drei Jahre lang nur von Tic Tac Lutschdragées ernährt.

  • Gabriella Milos

    Über die medizinischen Folgen einer Magersucht.

  • Brigitte Rychen

    Ein grosser Teil der Jugendlichen beschäftigt sich mit dem Thema Essen und Körper.

  • Alexander Wilhelm

    Über die Ohnmacht mit dem Umgang einer magersüchtigen Tochter.

  • Claudia Hasler

    Wie sie als Magersüchtige sogar das Essverhalten ihrer Tochter kontrolliert hat.

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