Pädophile – Monster oder Mensch in Not?

  • Dienstag, 11. März 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 11. März 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 12. März 2014, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 12. März 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 13. März 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 13. März 2014, 12:45 Uhr, SRF info

Pädophile machen Angst, weil sie sich sexuell von Kindern angezogen fühlen. In Schlagzeilen begegnen sie uns als «Monster». Die Abscheu ist ultimativ, die Emotionen im Missbrauchsfall enorm. Eine rationale Diskussion kaum möglich. Wie soll die Gesellschaft mit der Pädophilie umgehen?

Für viele gibt es kaum etwas Monströseres als Männer, die ihren Trieb an Kindern befriedigen. Der jüngst aus der Psychiatrie in Basel entwichene pädophile Straftäter wurde in den Medien als Bestie dargestellt, von der trotz chemischer Kastration grösste Gefahr ausgehe. Ist das tatsächlich so? Ist Pädophilie therapierbar? Und sind Pädophile, die ihren Trieb nicht ausleben, tickende Zeitbomben?

Vieles liegt im Dunkeln. Jeder 100. Mann, so wird angenommen, fühlt sich sexuell zu Kindern hingezogen. Nicht alle Pädophile leben ihren Trieb aus, viele bleiben unerkannt und kommen nie in Konflikt mit dem Gesetz. Wer ein Kind missbraucht, ist aber auch nicht zwingend pädophil, sagt die Wissenschaft.

Ob Pädophilie eine sexuelle Neigung oder eine Störung sei, wird von Experten heftig diskutiert. Gerne wird argumentiert, die sexuelle Anziehung zu Kindern sei eine Laune der Natur, das sei schon immer so gewesen. Tatsächlich gab es Zeiten und Gesellschaften, in denen der Schutz des Kindes nicht über den sexuellen Vorlieben der Erwachsenen stand. Heute ist dies aber klar nicht mehr so. Was bedeutet das für den gesellschaftlichen Umgang mit Pädophilen?

Solange sich eine pädophile Neigung in der Phantasie abspielt, ist sie nicht strafbar. Wie aber verhindert man, dass die Phantasie nicht zur Tat wird? Wie können Eltern ihre Kinder schützen? Reichen Gesetze wie ein lebenslanges Verbot der Ausübung eines „kindernahen“ Berufes, über welches wir demnächst abstimmen, aus? Nützt die Abschreckung durch die Androhung drakonischer Strafen?

Die Scham der Betroffenen, sich zu outen, ist gross. Die gesellschaftliche Ächtung stellt eine unüberwindbare Hürde dar. Sie steht aber auch einer vernünftigen Auseinandersetzung und Therapie im Weg.

Im «Club» wagt Karin Frei den Versuch, die unbequemen Fragen nach dem richtigen Umgang mit den Pädophilen zu klären. Ihre Gäste sind:

Thomas Knecht, Forensiker
Monika Egli-Alge, Psychologin
Natalie Rickli, SVP-Nationalrätin
Ruth Müller, Erzieherin
Alain Godet, Philosoph, Filmemacher
Markus Oertle, stellvertretender Leitender Staatsanwalt Kt. ZH, Schulpräsident von Richterswil - Samstagern

Beiträge

  • Pädophile -Monster oder Mensch in Not?

    Pädophile machen Angst, weil sie sich sexuell von Kindern angezogen fühlen. In Schlagzeilen begegnen sie uns als «Monster». Die Abscheu ist ultimativ, die Emotionen im Missbrauchsfall enorm. Eine rationale Diskussion kaum möglich. Wie soll die Gesellschaft mit der Pädophilie umgehen?

  • Karin Frei

  • Monika Egli-Alge, Psychologin

    Wie geht man damit um, pädofil zu sein?

  • Natali Rickli, SVP Naionalrätin

    Schon Bilder anschauen ist ein Missbrauch an Kindern!

  • Thomas Knecht, Forensiker

    Haben Pädophile ein Unrechtsbewusstsein?

  • Alain Godet, Filmemacher und Philosoph

    Veränderung der Wahrnehmung von Pädophilie in den letzten 30 Jahren.

  • Markus Oertle, stellvertr. Leitender Staatsanwalt Kt. Zürich

    Strategie eines pädophilen Straftäters:

  • Ruth Müller, Erzieherin

    Pakt zwischen den unwissenden Eltern und dem Täter