Pflegen bis zur Erschöpfung

  • Dienstag, 9. September 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 9. September 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 10. September 2014, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 10. September 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 11. September 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 11. September 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 13. September 2014, 14:05 Uhr, SRF info

Die Pflege von Angehörigen zehrt an den Kräften und am Geld. Dank medizinischem Fortschritt werden Kranke immer öfter zu Hause betreut. Das stellt die familiären Beziehungen auf die Probe – manche wachsen, andere zerbrechen daran. Die häusliche Pflege ist ein Konfliktfeld von zunehmender Brisanz.

In den eigenen vier Wänden gepflegt zu werden, ist für viele attraktiver als in der Anonymität eines Heims. «Krankheiten dauern heute wegen medizinischen, pharmazeutischen und technischen Fortschritten immer länger. Pflege, Betreuung und Behandlung verlagern sich vermehrt in den Privathaushalt», sagt die Gesundheitswissenschaftlerin Iren Bischofberger. Daraus ergeben sich einschneidende Konsequenzen für die beteiligten Familienangehörigen und die Gesellschaft. Beziehungen und Rollen geraten durcheinander: z.B. wenn die Mutter plötzlich zum Kind wird, oder der Ehemann zum Pfleger seiner Ehefrau. Aber auch Bedürfnisse können in Konflikt geraten. Schuld- und Pflichtgefühle nisten sich ein. Es braucht Mut zu sagen, dass einer nicht mehr kann, oder eine andere nicht mehr will. Schliesslich kann ein Pflegefall Familien auch in materielle Armut stürzen.

Immerhin: 60 Stunden pro Woche wenden pflegende Angehörige durchschnittlich auf und das im Schnitt während 6 Jahren, hat eine Studie ermittelt. Und 10 Milliarden Franken soll dieser Einsatz jährlich Wert sein, sagt der Bund. Die eigenen Ressourcen - körperlich, psychisch, finanziell - richtig einzuschätzen und Hilfe zu holen, bevor es zu spät ist, gelingt nicht allen. Dies, obwohl ein breites Netz von Ratgebern dafür bereit stehen würde: Spitex, Ärzte, Sozialdienste von Spitälern usw.

Im «Club» mit Karin Frei erzählen Betroffene von ihren guten und schlechten Erfahrungen und analysieren Experten die Konflikte bei der Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden.

Claudia El Bed-Herzog, Sozialberatung Insel Spital Bern
Gabriela Baumgartner, hat Partner nach Krebs-Diagnose gepflegt, Juristin
Iren Bischofberger, Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin Kalaidos Fachhochschule Gesundheit
Beatrice Gerber, zehn Jahre Doppelbelastung von Beruf und Pflege des Ehegatten, SRK-Pflegehelferin
Christian Hess, ehemaliger Chefarzt, Vorstand Akademie Menschenmedizin

Beiträge

  • Karin Frei

    Die Moderatorin präsentiert Thema und Gäste der Sendung:

  • Beatrice Gerber

    Eines Morgens konnte ich nicht mehr auf den Beinen stehen:

  • Claudia El Bed

    Manchmal müssen wir Pflegenden auch empfehlen, sich krank schreiben zu lassen:

  • Iren Bischofberger

    Mit einem Genoökogramm kann man ausloten, welche Beziehungen in der Not greifen:

  • Gabriela Baumgartner

    Für Pflegende ist es enorm schwer, abzuschätzen, wie viel Energie sie noch haben

  • Christian Hess

    Das System dient letztlich der Optimierung der Leistungserbringer und weniger den Patienten:

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