Suizid - das Leid der Hinterbliebenen

  • Dienstag, 21. Januar 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 21. Januar 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 22. Januar 2014, 2:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 22. Januar 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 23. Januar 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 23. Januar 2014, 12:45 Uhr, SRF info

Jährlich sterben in der Schweiz bis zu 1'400 Menschen durch Suizid. Das sind mehr als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen. Ein solches Ereignis fordert die Hinterbliebenen heraus. Wie leben sie mit ihrem Schicksal? Heilt die Zeit Wunden? Betroffene und Fachleute erzählen im Club mit Karin Frei.

Jemanden durch Selbsttötung zu verlieren macht Hinterbliebene einsam. Der Schmerz des Verlustes geht einher mit der Frage nach dem «Warum», mit Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen. Ein Chaos der Gedanken und Gefühle bricht über die Angehörigen herein, Wut und Scham mischt sich mit Ohnmacht und dem Wunsch nach Versöhnung. Zusätzlich tragisch ist die gesellschaftliche Tabuisierung.

Nicht nur wurden Hinterbliebene von einer lieben Person verlassen, sie fallen auch durch das soziale Netz. Aus diesem Grund sind Familienangehörige nach einem Suizid um ein Vielfaches selber suizidgefährdet. Jede zehnte Person in der Schweiz hat einmal versucht, sich das Leben zu nehmen. Jährlich sind es schätzungsweise bis zu 25‘000. Jede zweite Person gibt an, einmal daran gedacht zu haben.

Suizid ist heute mehr denn je ein Hauptproblem der öffentlichen Gesundheit. Verzweifelte Menschen suchen heute eher Hilfe, und es werden mehr Psychopharmaka verschrieben. In der Folge sind die Zahlen leicht gesunken. Dennoch gehört die Schweiz zu den 20 Ländern mit der höchsten Suizidrate.

Die Suizidrate ist unter Männern höher als bei Frauen. Sie ist auch höher bei Älteren als bei Jüngeren. Bei alten Menschen hat die Suizidrate in den letzten Jahren markant zugenommen. Junge Menschen dagegen unternehmen mehr Suizidversuche und denken häufiger an Freitod. Bis zu 90 Prozent der suizidalen Personen leiden unter einer psychischen Störung, die bei einer rechtzeitigen und richtigen Behandlung gemindert werden könnte. Doch häufig kommt die Hilfe zu spät. Eine erfolgreiche Prävention bedingt unter anderem auch, dass Suizid thematisiert und entstigmatisiert wird.

Wie leben die Hinterbliebenen mit dem schweren Schicksal?

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren im «Club»:

Hanspeter Walti, Psychiater, Chefarzt Ambulante Psychiatrische Dienste des Kantons Zug, Experte Suizidprävention.
Anita Bättig, Leiterin Selbsthilfegruppen beim Verein für Hinterbliebene nach Suizid «Refugium», hat Lebenspartner durch Suizid verloren.
Beat Dändliker, hat Bruder durch Suizid verloren.
Lilo Kistler, hat Sohn durch Suizid verloren.
Jolanda Just, hat Ehemann durch Suizid verloren, Mutter von zwei heute erwachsenen Kindern.
Celina Just, hat im Alter von 3 Jahren ihren Vater durch Suizid verloren.

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Über die schwere Zeit nach dem Suizid eines geliebten Menschen reden im «Club» mit Karin Frei Hinterbliebene:

  • Lilo Kistler

    Wie die Nachricht vom Suizid eines Angehörigen überbracht wird, kann prägend sein für den Verlauf von Trauer und Verarbeitung:

  • Celina Just

    Warum Kinder unter Druck geraten können, zu den Tröstern der Eltern zu werden:

  • Anita Bättig

    Wenn das Unfassbare die Betroffenen wie auch das Umfeld sprachlos macht:

  • Jolanda und Celina Just

    Mutter und Tochter über die Dynamik, die der Suizid des Ehemannes und Vaters in der Familie ausgelöst hat:

  • Beat Dändliker

    Nicht alle Angehörigen reagieren gleich auf den Schock des Suizids, er kann zur Bewährungsprobe für die ganze Familie werden:

  • Hanspeter Walti

    Wie und wann eine Mutter ihren Kindern sagt, dass sich der Vater das Leben genommen hat:

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