Tattoos - gezeichnet fürs Leben

  • Dienstag, 3. Januar 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 3. Januar 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 4. Januar 2017, 2:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 4. Januar 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 4. Januar 2017, 16:45 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 5. Januar 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 5. Januar 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 6. Januar 2017, 10:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 7. Januar 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Vom versteckten Erinnerungstattoo am Steissbein bis zum tätowierten Augapfel. Keine Körperstelle, die nicht mit Tinte verziert wird. Im Club sprechen Menschen darüber, wieso sich heute so viele fürs Leben zeichnen.

Tätowierungen haben einen gesellschaftlichen Aufstieg erlebt und sind längst eine Modeerscheinung. Inzwischen sind in der Schweiz bis zu einem Viertel der 15-35-Jährigen tätowiert. Mit Sträflingsmarkierungen haben die heute zunehmend grossflächigen Tattoos nur noch wenig zu tun.

Doch nicht überall ist die Kunst mit der Tinte akzeptiert. So gibt es Studien, die besagen, dass Menschen mit Tattoos häufiger arbeitslos sind als solche ohne. Und gerade wenn Tattoos an exponierten Stellen wie im Gesicht getragen werden, ernten sie Kopfschütteln.

Was motiviert Menschen, sich tätowieren zu lassen? Weshalb haben Tätowierungen das Anrüchige verloren? Wie lebt es sich mit Motiven, die in eine andere Lebensphase gehören? Und welche Gefahren birgt es, sich stechen und die Motive allenfalls wieder wegmachen zu lassen?

Im «Club» bei Karin Frei sprechen die Gäste über diese expressive Form von Körperkult und über die Lebensgeschichten, die in der Haut verewigt sind.

Björn Affa, Informatiker, tätowiert
Giada Ilardo, Inhaberin Tattoo-Studio-Kette
Luc Grossenbacher, Tätowierer, Präsident Verband Schweizerischer Berufstätowierer VST
Ulrike Landfester, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Professorin und Prorektorin Universität St. Gallen
Bettina Rümmelein, Dermatologin, Inhaberin Laserschule und Laserstudio, Präsidentin Schweiz. Gesellschaft für medizinische Laseranwendungen

Positionen

Björn Affa: «Tattoos waren schon immer Kunst für mich. Wer sich am Kopf tätowiert, war für mich nie der «Kriminelle» oder «Asoziale», sondern immer jemand, der seinen Körper zur Leinwand und somit zu Kunst macht.»

Giada Ilardo: «Kunst hat kein Etikett aus dem man einen Zwei-für-Eins-Deal macht. Man sollte sich ein Tattoo wohl überlegen und den Künstler und nicht den Preis in den Vordergrund stellen. Es geht auch um einen Luxus den man sich gönnt, etwas Wertvolles, das man als solches schätzen sollte.»

Luc Grossenbacher: «Die jetzige Entwicklung in der Tätowierszene ist bedenklich. Früher sagte man, wer nichts wird, wird Wirt, heute wird tätowiert.»

Ulrike Landfester: «Der heutige Tätowierungsboom zeigt die Sehnsucht nach Wirklichkeit im Digitalen, wo Bilder flüchtig sind und spurlos vorbei gehen.»

Bettina Rümmelein: «Ich habe nichts gegen Tattoos oder Tätowierte. Für mich persönlich hingegen kommt ein Tattoo nicht in Frage: Es ist mir einerseits zu konkret und definitiv, andererseits zu modisch und oberflächlich.»

Beiträge

  • Karin Frei stellt ihre Gäste vor.

    Ein Gespräch mit Tätowierten, Tätowierern, einer Kulturwissenschaftlerin und einer Dermatologin.

  • «Meine Eltern können heute sehr gut damit leben.»

    Björn Affa, Informatiker und tätowiert, ist sich bewusst, dass er mit seinen auffälligen Tattoos auch provoziert. Wer aber z.B. wissen möchte, warum «Hass» auf seinem Hals geschrieben stehe, dem erkläre er sich gerne. Und wer ihm dann zuhöre, der sei in den meisten Fällen positiv überrascht und ändere seine, vielleicht vorgefasste, Meinung sehr rasch. Genauso erging es ihm mit seinen Eltern.

  • «Es braucht strenge Reglemente, und zwar für alle!»

    Giada Ilardo, Inhaberin einer Tattoo-Studio-Kette, fordert mehr Unterstützung von offizieller Seite für das Tattoo-Gewerbe. Heute gebe es zu wenig Kontrollen und zu wenig Regeln für Tätowierer, die zum Teil ohne Ausbildung arbeiten würden. Mit oft verheerenden Auswirkungen.

  • «Tattoos sind heute zu einem Mode-Gag verkommen.»

    Luc Grossenbacher, Tätowierer und Präsident des Verbandes Schweizerischer Berufstätowierer VST, klagt, dass Tattoos heutzutage zu einem Mode-Gag geworden seien. Weil Tattoos schnell und relativ einfach wieder entfernt werden könnten, würde heute oft sorg- und gedankenlos darauf los tätowiert.

  • «Tattoos sind heute die Reste unserer Schrift-Vergangenheit.»

    Ulrike Landfester, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Professorin und Prorektorin an der Universität St. Gallen, zeigt die lange und spannende Geschichte der Tattoos auf.

  • «Die Entfernung von Tattoos ist kein Kinderspiel!»

    Bettina Rümmelein, Dermatologin, Inhaberin einer Laserschule und eines Laserstudios, Präsidentin der Schweiz. Gesellschaft für medizinische Laseranwendungen, warnt vor unüberlegten und übereilten Tattoos. Sie kennt unzählige Schauergeschichten rund um die Entfernung von misslungenen Tattoos.

  • Gefährliches Augen-Tattoo

    Eine junge Frau hat sich die Augen blau tätowieren lassen trotz der Gefahr einer Erblindung.

  • Zur Geschichte der Tattoo-Motive.

  • So wird ein Tattoo entfernt.

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