Teenie-Sex im Netz

  • Dienstag, 20. August 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 20. August 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 21. August 2013, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 21. August 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 22. August 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 22. August 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 24. August 2013, 14:05 Uhr, SRF 1

Teenager, die sich aus Neugierde oder Jux beim Sex filmen und diese Bilder ins Netz stellen, spielen mit dem Feuer. Die Aufnahmen kursieren im Freundeskreis, aber auch unter Pädophilen. Missbrauch kommt häufig vor. Was reizt die Teenies dennoch? Nehmen sie Schaden und wo lauern die Gefahren?

Missbrauchsfälle, wie jener aus dem Berner Oberland lassen aufhorchen. Ein als Mädchen getarnter Pädophiler verführte in einem sozialen Netzwerk 44 Buben zwischen 15 und 17 Jahren zu sexuellen Handlungen vor der Kamera. Aber auch unter Gleichaltrigen lauert die Gefahr des Missbrauchs. Die Teenies stellen Nacktfotos in anzüglichen Posen bis hin zu Sexualakten ins Netz. Mädchen werden danach oft erpresst und als Schlampen verhöhnt. Buben kommen meist glimpflicher davon, weil sie nur ihr Geschlechtsteil zeigen und damit unkenntlich bleiben.

Die sozialen Medien eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation. "Sexting" nennt sich der Tausch von intimen Bildern und Filmaufnahmen über MMS, Mobiltelefone oder Internet. Die Nacktaufnahmen bleiben auch dann im Netz, wenn die Betroffenen dies nicht mehr wollen. Die Missbrauchsgefahr ist jedoch nur eines der Probleme. Für die junge Generation von grösserer Bedeutung ist die um sich greifende Lust an der öffentlichen Selbstinszenierung. Warum zeigen sich junge Menschen gern hüllenlos? Imitieren sie die "Seite-1-Muster" der Boulevardmedien und die Pornowelt der Erwachsenen? Sind diese Jugendlichen gefährdet, vielleicht bereits verdorben? Oder sind Jux, Übermut, Wichtigtuerei ihre Motive?

Polizei und Sexualpädagogen wollen nicht verharmlosen, aber auch nicht in Hysterie verfallen. Fakt ist, dass sich Jugendliche strafbar machen, wenn sie einander pornografische Bilder zustellen. Offen bleibt, wer seelisch Schaden nimmt. Nicht jeder, der sich aus Neugierde zum "Sexting" verführen lässt, ist verdorben. Wer Sexualität jedoch einseitig über die rüden Formen im Netz kennenlerne ohne andere Vorbilder im Freundeskreis oder in der Familie, sei gefährdet, räumen Psychologen ein.

Mona Vetsch diskutiert die offenen Fragen im «Club» mit Experten der Sexualerziehung, der Polizei, der Jugend und des Opferschutzes. Die Optik von Schülern wird in Form von Filminterviews eingeholt.

In der Gesprächsrunde u.a.

Kathrin Buholzer, Elternberaterin, Betreiberin Plattform «elternplanet.ch
Sabina Fejzulahi, Mutter und Leiterin offene Jugendarbeit Wil
Regula Schwager, Psychologin, Opferberatungsstelle Castagna
Bruno Wermuth, Sexualpädagoge und -Berater
Thomas Werner, Leiter Fachgruppe Kinderschutz Stadtpolizei Zürich

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Die Dimension der Sexspiele von Teenagern im Internet und die Gesprächsrunde - Einführung von Mona Vetsch:

  • Thomas Werner

    Der Polizeiexperte schildert aus seiner Erfahrung als Internetfahnder, was Sexbilder zeigen, die unter Jugendlichen kursieren:

  • Nadine und Kujtesa

    Authentischen Einblick in die Realität des "Teenie-Sex im Netz" bieten auch zwei Schülerinnen in einem Filminterview:

  • Regula Schwager

    Doch wie geht es den Mädchen, die im Netz von den eigenen Freunden mit sexuellen Darstellungen missbraucht werden und - wie sollen sie darauf reagieren?

  • Kathrin Buholzer

    Eltern haben oft Mühe mit den neuen Medien ihrer Kinder. Eine Mutter schildert, wie sie dennoch ihre Erziehungsverantwortung wahrnimmt und welche Entdeckungen sie dabei macht:

  • Sabina Fejzulahi

    Facebook der pubertierenden Tochter verbieten? Die Mutter und Jugendarbeiterin setzt sich mit ihrer Haltung in die Nesseln:

  • Bruno Wermuth

    Wann beginnt sexuelle Aufklärung und die Erziehung zu sozialer Verantwortung bei Kindern? Der Sexualpädogoge vertritt eine dezidierte Haltung:

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