«Mutual Owsla Dysflector» von Thorsten Soltau

Thorsten Soltaus Experiment mit musikalischem Material Mihkel Kleis‘ und alten Tonbandmaschinen schafft ein sphärisches Klangstück, das den Grenzbereich von Beruhigung und Beunruhigung auslotet.

«Das Stück entstand im Studio von Marina Stewart, meiner musikalischen Partnerin. An jenem Abend hatte ich ihr mehrere Spuren von Mihkel Kleis vorgespielt, welcher das Basismaterial für diese Komposition geliefert hat. In Marinas Studio befindet sich neben ihrer Hardwareperipherie auch ein stummer Studiofernseher für Bildvertonungen. Während wir mit dem Material experimentierten liefen zahlreiche Videobänder und Betamaxkassetten nebenher, so dass unser Zusammenspiel stetig von den stillen Bildern begleitet wurde.

Passenderweise stammt das Rohmaterial von einem Soundtrack, welchen Mihkel vormals angefertigt hatte, so dass sein Material quasi als Soundtrack zum Soundtrack ausgegeben wurde.

Der John Carpenter-esque Klang realisierte sich mittels zweier asynchroner Fostex R8 Tonbandmaschinen, mit welchen das von uns bearbeitete Material auf ¼ seiner ursprünglichen Geschwindigkeit verlangsamt wurde. Die kurze Dauer des Stückes ergab sich durch das Reststück an Band auf der Spule, das abrupte Ende wurde mittels einer Abblende behutsam korrigiert.

Der Titel des Stückes spielt auf die Kaninchen-Söldner im Roman ‚Watership Down‘ an.»

Der Komponist Thorsten Soltau über die Entstehung von «Mutual Owsla Dysflector».

Thorsten Soltaus Kompositionen verbinden das Alte mit dem Neuen, digitale Klangkunst mit analoger Technik. Sein Klangsurrealismus schlägt den Bogen vom imaginären Soundtrack hin zum intimen Moment persönlicher Emotion. So gelingt Soltau in seinen Arbeiten eine völlig eigene akustische Welt. Momentan holt der Künstler (geboren 1987) sein Abitur nach, um Medienwirtschaft und Journalismus zu studieren.