Straflos

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Ein Frauenmörder wird mit einem DNA-Test überführt. Aber aus juristischen Gründen bleibt ihm die verdiente Gefängnisstrafe erspart. Als auf dessen Gattin eine Säureanschlag verübt wird, deutet alles auf eine Racheaktion des Witwers hin.

«Ne bis in idem - nicht zweimal in derselben Sache». Wie ein Schlag treffen Hauptkommissar Heymanns Worte den verzweifelten Josef Böcking, der sich im Fall seiner ermordeten Ehefrau Anna endlich Gerechtigkeit erhofft hatte. Denn erst jetzt, Jahre nach dem Mord, konnte der damalige Täter Stefan Thiel, dank verbesserter Analysetechniken und DNA-Tests, eindeutig überführt werden. Doch der juristische Grundsatz verbietet es, den einst für unschuldig erklärten Täter erneut vor Gericht zu bringen. Für Böcking bricht eine Welt zusammen. Heymann sind die Hände gebunden, er kann dem einsamen Mann in dessen enormer Wut und Verzweiflung nicht weiterhelfen. Umso mehr trifft ihn Böckings Vorwurf, er hätte die damaligen Ermittlungen rund um den Mordfall nicht gründlich genug ausgeführt. Während Heymann von Schuldgefühlen geplagt wird, überstürzen sich plötzlich die Ereignisse: Thiels Frau Veronika wird Opfer eines Säureanschlags. Mit lebensgefährlichen Hautverätzungen und in äußerst kritischem Zustand wird die Ehefrau des damaligen Täters ins Krankenhaus eingeliefert
Sofort leiten Hauptkommissar Voss und sein Team die notwendigen Untersuchungen ein. Im Wagen von Veronika Thiel stellen die Ermittler Flusssäure sicher, ein starkes Kontaktgift, das zunächst ohne sichtbare Schäden in die Haut dringt, jedoch lebensgefährliche Verätzungen in tieferen Hautschichten und Schädigungen an Gewebe und Knochen verursacht. Die Säure, die unter anderem zum Ätzen für Glas verwendet wird, führt unweigerlich zu Josef Böcking, der eine eigene Glaserei betreibt. Ohne ein handfestes Alibi gestaltet sich die Lage für Böcking äußerst prekär: Hatte der Glasermeister Selbstjustiz walten lassen und sich auf seine Art am Mörder seiner Frau gerächt? Doch auch Stefan Thiel gerät in den Fokus der Ermittler. Denn dieser lehnte, trotz kriselnder Ehe und der Tatsache, dass Veronika längst mit einem neuen Partner glücklich war, eine Scheidung vehement ab. Wurde Thiel aus Eifersucht und Angst zu der Tat getrieben? Schließlich war es doch Veronika, die ihm das entscheidende Alibi für seinen Freispruch in dem Mordfall geliefert hatte. Thiel wurde zu jener Zeit mit der Brandstiftung in einem Ausflugslokal in Verbindung gebracht, bei dem die damalige Kellnerin - Anna Böcking - den Täter offensichtlich in flagranti erwischte und ihm dabei zum Opfer fiel. Belastende Beweise fehlten jedoch, Thiel konnte zum damaligen Zeitpunkt nicht überführt werden. Dass ausgerechnet der Inhaber eines Feinkost-Imperiums - Martin Hellinger - einst das kleine Ausflugslokal führte, macht Voss hellhörig. Gemeinsam mit Heymanns Hilfe gelingt es ihm, die undurchsichtigen Fäden des Falls nach und nach zusammenzuführen und schlussendlich doch noch für Gerechtigkeit zu sorgen.
Eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und SRF