Motorgleitschirm: Ein Pilgerflug über Spanien

Ales Hubacek wagt eine besondere Challenge: Mit dem Motorgleitschirm möchte der Zürcher über 1000 Kilometer des Jakobswegs bis ins spanische Santiago de Compostela pilgern - durch die Lüfte und über Land. Es ist ein Kampf gegen das Wetter, die Technik und gegen sich selbst.

Gleitschirmfliegen mit einem Propeller auf dem Rücken: das ist «Motorgleitschirm-Fliegen». Ales Hubacek will diesen Sommer den Pilgerweg von Frankreich nach Spanien fliegen. Der Start ist St. Jean kurz vor den Pyrenäen, das Ziel ist Santiago de Compostela. Die 1000 Kilometer Distanz will der Gleitschirmpilot in 21 Tagen schaffen. Kann Ales nicht fliegen, muss er laufen und die 30 Kilogramm schwere Ausrüstung tragen – das ist die Regel.

Ales Hubacek ist Gleitschirm-und Paramotorlehrer in Einsiedeln. In seiner Werkstatt tüftelt er gemeinsam mit seiner Freundin und Assistentin Hanka an einem 15 PS starken Motor für seinen Pilgerflug. Dann ist es endlich soweit: der Motor läuft, die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Challenge kann beginnen. Nachdem aber zunächst wegen zu starken Windes nicht geflogen werden kann, stehen mühsame Wanderungen mit vollem Equipment an. Dem ersten erfolgreichen Flug folgt das Versagen des Motors. Nach einer notdürftigen Reparatur kann Ales wieder fliegen, muss jedoch notlanden und viele Kilometer in die nächste Ortschaft laufen, um einen Mechaniker zu finden. Als unerwartet schwierig erweist sich das Finden geeigneter Start- und Landeplätze, dafür gelingt es Ales problemloser als gedacht, einen der gefürchteten Bergpässe zu überfliegen. Am schwierigsten fallen schliesslich die letzten 20 Kilometer nach Santiago de Compostela aus: Ales muss sie zu Fuss gehen. Müde und erschöpft erreicht er den Platz vor der Kathedrale in Santiago und gibt zu verstehen, zwar glücklich zu ein, aber einen solchen Trip nicht noch einmal machen zu wollen.