Kritische Töne zur Bilderbuch-Schweiz

Am Sonntag ist Mulche-Tag auf der Alp Malbun. Älplerin Margrit zieht sich die Tracht an, das Jodelchörli tritt auf und die Bauern kommen, um ihren Käse abzuholen. Das Fest zeigt ein Bild, das für viele die echte Schweiz symbolisiert und den Älpler-Mythos zelebriert. «Hierzulande glauben viele, dass Älpler und Bergbauern die echteren Schweizer seien», wirft der Historiker Simon Teuscher von der Universität Zürich kritisch ein. Dieser Älpler-Mythos sei entstanden durch die Annahme, die Schweiz sei aus der Urschweiz hervorgegangen, quasi als Produkt aus Rütli-Schwur und Bundesbrief. Dieses Geschichtsbild sei mittlerweile von der Forschung relativiert worden. Eine grosse Rolle bei der Entstehung der Schweiz hätten im Gegenteil die Städte Zürich und Bern sowie das benachbarte Ausland gespielt. Und: Auch die moderne Alpwirtschaft an sich sei nur dank grosser Städte entstanden, für welche die Alpen produziert haben.

srf