Fatale Kaltfront

Am Donnerstagabend zog eine Kaltfront über die Alpennordseite hinweg. Die Front brachte kaum Gewitter und wenig Regen, dafür extreme Sturmböen. Im Kanton Zürich wurden dabei zwei Personen von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Die Kaltfront am Donnerstagabend war sehr speziell. Im Gegensatz zu einer üblichen Kaltfront im Sommer brachte sie kaum Gewitter, und auch die Niederschlagsmengen waren moderat. Dafür sorgte sie verbreitet für heftige Sturmböen, teilweise fast aus heiterem Himmel. Grund für diese spezielle Art der Kaltfront war die vertikale Schichtung der Atmosphäre.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kaltfronten kam am Donnerstag die Kaltluft praktisch nur in den bodennahen Luftschichten voran. Dadurch waren die Vertikalbewegungen gering, und es konnten sich keine riesigen Wolkentürme bilden. Dennoch gab es in der Bodenschicht riesige horizontale Wärme- und Druckunterschiede, die durch extreme Windböen ausgeglichen wurden. So wurde am Jurasüdfuss mit dem sogenannten Joran eine Böenspitze von 119 Kilometern pro Stunde gemessen.

Autor/in: Felix Blumer, Moderation: Mike La Marr, Redaktion: SRF METEO