Christoph Willibald Gluck: Iphigénie en Tauride

Das Jahr 2014 ist auch ein Gluck-Jahr, vor 300 Jahren wurde der Opernreformer geboren. Allerdings scheint Gluck sein Langweiler-Image nicht loszuwerden, kein Schweizer Opernhaus hat ihn in der Saison 2013/2014 programmiert. Nicht einmal Orpheus darf sein berühmtes «Ach ich habe sie verloren» singen.

Ab Herbst sieht es dann doch etwas besser aus.

Aber es ist schon so: Glucks Werke lassen sich heute nicht so einfach auf die Bühne hieven wie etwa Barockopern. Es braucht die richtigen Stimmen und ein feines Gespür fürs Orchester, damit das Schlichte und Einfache dieser Musik richtig zur Geltung kommen.

Immerhin gibt es einige neuere Aufnahmen von Glucks zweitbekanntester Oper «Iphigénie en Tauride». In einschlägigen Nachschlagewerken gilt sie als Glucks Meisterwerk, obwohl er sich dafür sehr viel Musik aus früheren Opern entlehnt hat. Es gibt effektvolle Chöre, die Hauptrollen von Iphigénie und ihrem Bruder Oreste sind vielschichtig, und ausserdem verwebt Gluck Arien, Chöre und Rezitative so dicht ineinander, dass die Handlung in einem grossen Bogen bis zum dramatischen Ende vorangetrieben wird.

Die Operndramaturgin Regine Palmai und der Musikkritiker Peter Hagmann diskutieren mit Gastgeberin Lislot Frei fünf neuere Aufnahmen und DVDs von Glucks eindrücklichem Familiendrama.

Erstausstrahlung: 13.01.14

Redaktion: Lislot Frei