Kalahari – Im Bann der roten Wüste

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Um in der ältesten Wüste der Welt zu überleben, müssen ihre Bewohner alles riskieren: Die Lebewesen der dürren Kalahari haben sich die skurrilsten und wundersamsten Tricks angeeignet, um sich und ihr Revier zu verteidigen oder um an Wasser zu kommen.

Im Kalaharibecken von Botswana, Namibia und Südafrika, finden spektakuläre Begegnungen statt. Hier spielen sich auf rund zweieinhalb Millionen Quadratkilometern abenteuerliche Kämpfe ums Überleben ab. Diesem äusserst trockenen Südwesten Afrikas, der Kalahari, widmet sich der erste Teil der siebenteiligen BBC-Serie.

Rätselhafte Feenkreise und unerreichbares Wasser im Untergrund

Wo Wasser ist, da ist Leben. Doch genau das ist das Problem im Südwesten Afrikas, einem der geologisch ältesten Teile des Kontinents. In der Kalahari mit ihren rätselhaften Feenkreisen sind Wasserstellen, wie sie hier nur sporadisch auftreten, zwangsläufig Treffpunkt aller vom Durst Geplagten – von Jägern und potenziellen Opfern, Herdentieren und Einzelgängern, von Giganten und winzigen Kreaturen. Ironischerweise gibt es eigentlich Wasser im Überfluss, nur ist es unerreichbar. In 60 Metern Tiefe, am Grund des sogenannten «Drachenhauchlochs» in Namibia, liegt der grösste unterirdische See der Erde. Und selbst hier unten, in diesem Hunderte von Metern tiefen See, versuchen eigenartige und äussert seltene Gestalten, ihr Leben zu meistern.

Ein schwarzer Singvogel, der Drongo, lebt in der Kalahari in einer eigenartigen Symbiose mit den Erdmännchen. Von seinem Ausguck aus warnt er sie vor nahenden Gefahren. Doch er missbraucht ihr Vertrauen gelegentlich auch, um sich einen nahrhaften Happen zu erschwindeln. Oder da sind die Straussen-Küken, die die Wasserstelle in der Etosha-Salzpfanne erreichen müssen, um nicht zu verdursten. Die Altvögel bringen ihre Schar unter der sengenden Sonne im Schatten ihrer Flügel zwar sicher ans Ziel, doch Vorsicht ist geboten: Zwischen Hunderten von Zebras, Giraffen, Elefanten und anderen durstigen Besuchern müssen sich die Winzlinge ihren Weg zur Wasserstelle erkämpfen, ohne zertrampelt zu werden.

Zärtliche Nashörner, fleischfressende Heuschrecken

Im Schutz der Dunkelheit versammeln sich ungeahnt viele Spitzmaulnashörner zu einem gesellschaftlichen Anlass am Wasserloch. Dank modernster Starlight-Kameras werden die Zuschauer Zeugen, wie die üblicherweise einzelgängerischen Tiere nachts ihre überraschende Kontaktfreudigkeit und Zärtlichkeit verraten – und auch ihre Misserfolge in Liebesangelegenheiten.

Wie aus einem Science-Fiction-Film entstiegen wirken hingegen die fleischfressenden Heuschrecken. Langsam, jedoch unaufhaltsam klettern sie in die Nester der Webervögel, um sich über die noch wehrlosen Küken herzumachen. Eile ist gar nicht nötig, denn auch wenn die Eltern ihre Brut verteidigen, haben die Insekten eine wirksame Waffe parat: Sie verspritzen ihr eigenes, scharfes Blut in die Augen der Altvögel.

Duell der Giraffenbullen

Im Hoanib-Tal duellieren sich zwei Giraffenbullen um das Vorrecht auf die spärliche Vegetation. Ihre Hörner sind zwar kurz, doch mit den langen Hälsen können sie zu vernichtenden Schlägen ausholen. Und auch wenn der jüngere Bulle mehr Kraft zur Verfügung hat, ist ihm der Alte doch an taktischer Erfahrung zumindest ebenbürtig. Einen solchen Zweikampf, wie es sich die beiden unerbittlichen Rivalen liefern, stellt einer der Höhepunkte dieser ersten Folge dar. Deren rohe Aggression fährt nicht nur den Duellanten in die Glieder, sondern – durch ihre gleichzeitige, majestätische Schönheit und Anmut – auch den Zuschauern. Gewiss habe es bereits schon früher Aufnahmen von Giraffenkämpfen gegeben, erzählt der Produzent Simon Blakenley in einem Interview: «Als wir aber den Kampf dieser beiden Giraffenbullen sahen, sind uns vor Staunen die Kiefer auf dem Boden aufgeschlagen.»

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