In Australien geht alles – auch Eishockey am Sandstrand

Im tropischen Darwin gibt es kein Eisstadion, und doch trifft sich dort regelmässig der Mindil Beach Social Ice Hockey Club. Austragungsort ist der Sandstrand – ganz ohne Eis wird deshalb nicht gespielt. Wie das geht, zeigen der Schweizer Coach und sein Team.

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Eishockey und wie man es in Darwin spielt

5:24 min, vom 12.12.2014
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«Folge 6: Von Wittenoom bis Perth»: Freitag, 26. Dezember 2014, 21:40 Uhr, SRF 1

Der Mindil Beach Social Ice Hockey Club in Darwin ist der ungeschlagene Meister im Ice Hockey. Im tropischen Darwin gibt es aber kein Eisstadion, und so finden die Spiele am Strand statt. Seit 1989 hat der Club die grossen Namen der Eishockeywelt herausgefordert und immer gewonnen. Warum? Weil diese Teams gar nie erscheinen und somit der Sieg automatisch an Darwin geht. Der Bierkonsum steht ganz oben in den Clubregeln und es sind die einzigen Menschen, die am Top End von Australien einen heissen Tag begrüssen. Denn dann schmelzen die mitgebrachten Eiswürfel schneller, auf die der Puck am Strand gelegt wird, und die Siegesfeier kann gleich beginnen. Sven Furrer darf mitspielen, als der Darwin Ice Hockey Club die Colorado Avalanches herausfordert.

«Jamaica hat sein Bob-Team und Darwin hat uns»

Den «wacky Aussie humour» – den verrückten australischen Humor kennt Beat Erismann bestens. Beat ist ehemaliger Kameramann des Schweizer Fernsehens und lebt seit 40 Jahren die meiste Zeit in Darwin. Als Coach des Ice Hockey Teams ist er der einzige, der wirklich Hockey spielen kann. «Jamaica hat sein Bobteam und Darwin hat uns. Wir haben keine Schlittschuhe, ein Paar Rollerblades, ein paar Stöcke und einen alten Puck. Und nicht zu spielen macht ungeheuer Spass. Niemand wird verletzt, wird lachen viel und wir sind mit unseren «mates» zusammen!», lacht Beat Erismann.

«Mit Australiern kann man einen Spass viel weiter treiben, ohne sich nach ein paar Bier zu genieren, als in der Schweiz», sinniert Beat. In der Schweiz heisse es schnell, das könne man doch nicht tun. Hier machen alle mit, vom Anwalt bis zum Arzt, egal was andere denken. Die Kehrseite der australischen Lockerheit komme dann zum Vorschein, wenn es ernst gilt, zum Beispiel beim Amtsschimmel: Dann hat Beat Mühe mit dem australischen Mangel an Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Und so geht Beat zwischendurch immer wieder gern in die Schweiz. Doch hier in Australien, «kannst du das Lockere zelebrieren», sagt Erismann.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 08.07.2016 21:00

    DOK - 12'378 km Australien
    Folge 6: Von Wittenoom bis Perth

    08.07.2016 21:00

    Auch in der sechsten und letzten Folge reist Sven Furrer auf Abwegen. Neben der ehemaligen Minenstadt Wittenoom steht auf der Landkarte die Bemerkung «Abandoned», Verlassen. Zur Geisterstadt gibt es im Reiseatlas sogar einen Warnhinweis: Wer die Stadt besucht, riskiert seine Gesundheit.