Kleine Giftzähne mit grosser Wirkung

Wie beisst eine australische Giftschlange zu? Wie eine afrikanische? Und wo wirkt deren Gift? Rex Neindorf, der Schlangenfänger von Alice Springs, erklärt den Unterschied zwischen den Reptilien der beiden Kontinente.

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Dringen die Schlangenzähne durch die Jeans?

2:07 min, vom 24.11.2014

Australien? Das ist doch da, wo es nur so wimmelt von giftigen Tieren. Rex Neindorf ist der Schlangenfänger von Alice Springs und betreibt ein renommiertes Reptilien-Center. Er schätzt, dass in Alice Springs rund 6‘000 Giftschangen leben.

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Die nächste Folge

«Folge 2: Von Marree bis Canberra», Freitag, 28. November 2014, 21:00 Uhr, SRF1

Meist nur kleine Zähne

Neindorf erklärt Sven Furrer, er müsse vor Gifttieren keine Angst haben, jedoch Respekt. Und er hat ein paar Tipps bereit für Sven: In einem Ort wie Alice Springs genügen Shorts und Sandalen. Im australischen Busch und im hohen Gras hingegen sollte man lange Hosen und Schuhe tragen.

Die meisten der australischen Giftschlangen haben sehr kleine Giftzähne, erzählt er und deutet auf das Zähnchen von kaum zwei Milimetern auf seiner Handfläche. Die Zähne der «Western Brownsnake» aus der Familie der Giftnattern sind sogar noch kleiner. Geht man durch das Gras und tritt auf eine Schlange, wird deren Zahn bei einem Angriff mit grösster Wahrscheinlichkeit im Hosenstoff stecken bleiben. Durchdringt er aber den Stoff, tritt das Gift heraus. Die Mehrheit des Gifts bleibt jedoch in den Jeans.

Kratzspuren und Löcher

So sei es in Australien eigentlich viel sicherer als beispielsweise in Afrika, sagt der Schlangen-Experte. Der Giftzahn der jungen Gabun-Viper in Afrika ist viel grösser, wie Neindorf eindrücklich demonstriert. Der Zahn einer erwachsenen Gabun-Viper ist gar doppelt so gross. Ihr Biss geht in die Muskeln, weil er nur dort wirkt. Auf der Haut entstehen zwei Löcher. Da helfen auch keine Jeans.

Die australischen Schlangen hingegen hinterlassen mit ihren kleinen Zähnen nur Kratzer, ihr Gift wirkt im Lymphsystem.

Schneller Angreifer in Notsituationen

Auch spricht Rex Neindorf über den Fluchtimpuls der Schlangen. Diese wollen grundsätzlich immer vor dem Menschen fliehen. Doch versucht jemand in Panik, eine solche Schlange – mit dem Schlag einer Schaufel beispielsweise – zu töten, kann sie extrem schnell angreifen. Und ihr Gift ist stark. In weniger als einer halben Stunde kann dieses zum Bewusstseinsverlust führen.

Sendungen zu diesem Artikel

  • SRF 1 10.06.2016 21:00

    DOK - 12'378 km Australien
    Folge 2: Von Marree bis Canberra

    10.06.2016 21:00

    In der zweiten Folge besucht Sven Furrer die Clayton Station. Die typisch australische Rinderfarm hat die Fläche des Kantons Tessin. Früher bewirtschaftete die Familie Oldfield ihre Farm fast ausschliesslich auf dem Rücken von Pferden.

  • SRF 1 03.06.2016 21:00

    DOK - 12'378 km Australien
    Folge 1: Von Alice Springs bis Marree

    03.06.2016 21:00

    Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Darum nennen sie ihr Land stolz das «lucky country», das glückliche Land. Was ist dran an dieser Behauptung? Der Journalist und Comedian Sven Furrer will es herausfinden.