Die Matterhorn-Erstbesteiger

Lange Zeit träumten die Menschen davon, das Matterhorn zu besteigen. Doch der Berg galt als unbezwingbar – bis sich im Juli 1865 einige Wagemutige an den Aufstieg machten.

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Bildlegende: Spielszene «Tatort Matterhorn» SRF

Vater und Sohn Taugwalder Bild in Lightbox öffnen.

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Peter Taugwalder, Vater (Zermatt, 1820-1888), ist damals einer der besten Bergführer der Schweiz. Ein Jahr vor der Erstbesteigung stirbt seine Frau. Er lebt mit seinen vier Kindern als Selbstversorger. Die Arbeit als Bergführer bringt der Familie gutes Geld. Als einer der wenigen Zermatter Bergführer hat er immer daran geglaubt, dass sich das Matterhorn besteigen lässt.

Peter Taugwalder, Sohn (Zermatt, 1843-1923), Vater Taugwalders ältester Sohn Peter ist bei der Erstbesteigung 22 Jahre alt. Beim Abstieg vom Matterhorn lässt Vater Taugwalder seinen Sohn als letzter gehen, was beweist, dass er ihn für einen sicheren Mann hält. Zum Unfall kann er als Zeuge nichts beitragen, da er zu weit oben gestanden hat. Er wird daher vom Gericht auch nicht einvernommen.

Peter Taugwalder wird später ein gefragter Matterhornführer («Matterhorn-Peter»). Rund 120-mal besteigt er das Horn. Er heiratet zweimal und hat 12 Kinder.

Edward Whymper Bild in Lightbox öffnen.

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Edward Whymper (London, 1840-1911) wird als zweites von 11 Kindern in London geboren. Der Sohn eines Druckers ist ein zurückhaltender Junge. Ein Verleger entdeckt sein zeichnerisches Talent und schickt ihn 1860 in die Alpen, um einen Bergband zu illustrieren. Dafür muss Whymper die Schule vorzeitig verlassen. In den Alpen wird er zum leidenschaftlichen und erfolgreichen Bergsteiger. Er ist ein ehrgeiziger und perfektionistischer Einzelgänger und ein guter Erzähler. Mit seinen alpinistischen Heldentaten hofft er auch sozial aufzusteigen. Nach der Erstbesteigung des Matterhorns – dem letzten unbestiegenen Viertausender seiner Zeit – verliert Whymper das Interesse an den Alpen. Whymper stirbt einsam als Aussenseiter in Chamonix.

Michel Croz Bild in Lightbox öffnen.

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Michel Auguste Croz (La Tour bei Chamonix, 1830-1865) wuchs als eines von vier Kindern im Tal von Chamonix auf. Croz ist einer der hervorragendsten Bergführer seiner Zeit. Mit seinen 35 Jahren ist er auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit. Croz ist gleichermassen versiert in Schnee, Eis und Fels zu klettern. Zusammen mit britischen Bergpionieren ist er an Erstbesteigungen zahlreicher Alpengipfel beteiligt. Er ist Whympers bevorzugter Bergführer.

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Reverent Charles Hudson (Skillington, 1828-1865) ist mit 37 Jahren der älteste der vier Touristen, und auch er ist unbestritten ein Bergsteiger ersten Ranges. Der Frauenschwarm ist der prominenteste Bergsteiger Britanniens. Am 1. August 1855 besteigt er die Dufourspitze – den höchsten Berg der Schweiz – als Erster und leitet so das «Golden Age» des Alpinismus ein. Hudson soll sehr fromm und überaus sportlich gewesen sein.

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Lord Francis Douglas (Schottland, 1847-1865) ist der jüngste der sieben Erstbesteiger, also damals erst 18 Jahre alt. Der junge Aristokrat stammt aus einer der ältesten und angesehensten Familien Schottlands. Er ist gerade von der Militärakademie Standhurst als Bester aufgenommen worden. Er hat die beiden Zermatter Bergführer Taugwalder Vater und Sohn engagiert. Mit Taugwalder Vater bestieg er wenige Tage vor seinem Tod das Obergabelhorn als Erster.

Douglas Hadow Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Douglas Hadow Archiv

Douglas Hadow (London, 1846-1865) ist ein hervorragender Kricketspieler und bei der Erstbesteigung 19 Jahre alt. Er ist das schwache Glied in der Seilschaft. Er war Hudsons Schützling und gemäss dem Walliser Untersuchungsgericht der Verursacher der Tragödie. Im Sommer 1865 ist er zum ersten Mal in den Alpen unterwegs. Er darf mit zum Matterhorn, weil Hudsons Kollege McCormick verhindert war.