Ante, Ilija, Magdalena und Elvis – Bosniens verlorene Generation

  • Mittwoch, 31. August 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 31. August 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 1. September 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 5. September 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
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Wie geht es weiter, wenn in einem Kriegsgebiet die Waffen schweigen? Wenn der Krieg vorbei ist und vielleicht wieder Frieden zurückkehrt? Ante, Ilija, Magdalena und Elvis haben beides erlebt. Krieg und Frieden.

Ein Film von Sophia Scott und Georgia Scott

Die vier Teenager Ante, Ilija, Magdalena und Elvis, wurden am Ende des Bosnienkrieges geboren, wuchsen in Waisenhäusern auf oder leben mit ihren Eltern zusammen, welche noch immer unter den Folgen des Krieges leiden. Die Geschichten der Teenager sind sehr unterschiedlich, was sie verbindet, ist der Zeitpunkt ihrer Geburt: der Krieg in Bosnien Herzegowina.

Die Filmemacherinnen Sophia und ihre Schwester Georgia Scott sagen zu ihrer Dokumentation klipp und klar: «Dies ist ein Anti-Kriegs-Film.» Der Film rücke insbesondere jene ins Zentrum, die nach einem bewaffneten Konflikt aufwachsen, der Generation danach. Berichte über Vergewaltigungen im Bosnienkrieg haben die Autorinnen dazu veranlasst, nach diesen Kindern zu suchen. Schnell haben sie gemerkt, dass es viele andere Jugendliche gibt, die auf verschiedenste Arten unter den Spätfolgen des Krieges zu leiden haben.

So begleiten die Autorinnen den Teenager Ante nach Schweden. Dort sitzt sein Vater in einem Hochsicherheitsgefängnis wegen Kriegsverbrechen. Ante bewundert seinen Vater und versucht, Kontakt zu ihm herzustellen, doch das Treffen verläuft für ihn äusserst schwierig.

Magdalena wurde von ihrem Vater missbraucht. Der ehemalige Soldat leidet selbst unter einer posttraumatischen Störung. Magdalena sucht einen Weg, ihren Vater zu verlassen. Im kriegsversehrten Bosnien kein einfacher Weg. Es gibt gerade mal neun Häuser, in denen Mädchen und Frauen Zuflucht finden.

Ilija kam zur Welt, als Mostar brannte. Er wuchs im Heim auf. Seine Mutter verstiess ihn. Noch heute schleicht er sich oft zum Haus, in dem sie lebt. Elvis ist Waise, er muss Medikamente nehmen, damit er durch den Alltag kommt. Er sagt von sich selbst: «Ich bin ein verlorener Mensch.»

Der Dokumentarfilm macht betroffen, aber er versinkt nicht in Sentimentalitäten. Er zeigt auch die starken Seiten dieser jungen Menschen, ihre Hoffnungen und Träume. Sophia und Georgia Scott sagen: «Das sind vier Geschichten – es gibt jedoch Millionen solche Geschichten von Kindern, die in Konflikten auf der ganzen Welt aufwachsen. Ihre Geschichten müssen gehört werden.»

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