Auf dem Bau

  • Mittwoch, 19. Dezember 2018, 22:55 Uhr, SRF 1
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 19. Dezember 2018, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 20. Dezember 2018, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 21. Dezember 2018, 14:50 Uhr, SRF 1
Auf dem Bau

Beinahe täglich gehen wir an Baustellen vorbei. Manchmal beachten wir sie kaum, oft nerven wir uns aber über den Lärm oder die Umleitungen. Der Dokumentarfilm «Auf dem Bau» zeigt eine der grössten Baustellen der Schweiz aus der Sicht der Arbeiter im Tiefbau.

Ein Film von Mirjam Krakenberger

Den Blick hoch über dem Geschehen gewährt uns eine der wenigen Kranführerinnen.

Zweieinhalb Jahre dauerten die Bauarbeiten für die Verlängerung der Tramlinie 8 über die Hardbrücke in Zürich. Die Baustelle, eine der grössten der Schweiz, ist Schauplatz des Films.

Agostinho, Armando, Pedro, Markus heissen die Arbeiter, Andrea heisst die Kranführerin. Im Film lernen wir sie kennen, die Namen bekommen ein Gesicht, eine Biografie. Sie erzählen, was sie beschäftigt, sprechen über ihre Herkunft und über ihre Arbeit.

Sie zeigen, wie komplex der Betrieb auf einer Grossbaustelle ist und wie hoch die Ansprüche sind. Etwas vom wichtigsten, sei eine gute Teamarbeit, sonst würde gar nichts gehen, sagt Pedro der Polier. Und mit viel Stolz erklärt Baggerführer Agostinho: «Der Bagger ist der Motor der Baustelle, doch ohne gute Mitarbeiter läuft gar nichts.»

Markus, der Bauführer schärft mit seinen Aussagen den Blick auf die laufenden Arbeiten, den Stress und die Bedingungen, unter welchen die Arbeiter jeden Tag Höchstleistungen bringen.

Alfred Hatt, der Geschäftsführer der federführenden Tiefbaufirma beleuchtet unternehmerische Aspekte.

Frauen sind auf Baustellen nur selten anzutreffen. Andrea, die Kranführerin, ist eine grosse Ausnahme. Als Kranführerin überblickt sie hoch über dem Boden das Geschehen. Mit viel Fingerspritzengefühl verschiebt sie tonnenschweres Material und sichert sich mit ihrer genauen Arbeitsweise den Respekt der Männer.

Jeden Tag beobachtet Reto, ein alteingesessener Quartierbewohner, die Baustelle. Er dokumentiert und zeichnet die Fortschritte, viele der Bauarbeiter kennen ihn, er ist schon beinahe ein Teil der Truppe. So wie die Serviceangestellte aus dem Restaurant Etna, die aber heilfroh ist, wenn die Baumaschinen dereinst wieder abziehen.

Die Integration, das Miteinander und die Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedensten Nationen auf der Baustelle ist eindrücklich.

Tagtäglich, bei jedem Wetter erledigen sie für uns die harte Arbeit.

Wie ist es als junge Frau auf dem Bau zu arbeiten? Wie kommen die vielen Nationen miteinander zu Recht?

Der Film ermöglicht einen Blick hinter die rotweissen Absperrungen und lenkt unsere Aufmerksamkeit für einmal auf jene Menschen, die wir immer nur «im Vorbeigehen» wahrnehmen und sonst nie im Fokus der Öffentlichkeit stehen.