Auf der Flucht: Kinder spurlos verschwunden

  • Mittwoch, 16. November 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 16. November 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 17. November 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 21. November 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
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Nach offiziellen Angaben sind 10’000 Kinder in den letzten drei Jahren in Europa verschwunden – nach inoffiziellen Schätzungen beläuft sich die Zahl auf bis zu 30’000. Minderjährige Migranten, die Europa ohne Begleitung von Erwachsenen erreicht haben.

Ein Film von Chiara Sambuchi

In Griechenland, Italien, Deutschland verlieren sich ihre Spuren, und die Behörden melden sie als vermisst. Über 200’000 minderjährige Migranten haben seit 2014 Europa erreicht. Doch nicht alle schaffen es, an ihr Ziel zu kommen. Mangels Geld, aufgrund falscher Informationen und zweifelhafter Kontakte nimmt ihre Reise oft ein vorzeitiges Ende.

Wer sind diese Kinder? Wie können sie einfach so verschwinden? Chiara Sambuchi macht sich auf die Suche in Grossstädten, an Häfen, in Flüchtlingslagern und geheimen Verstecken.

Die jungen Migranten eint die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Gewalt und Hunger, aber auch die Enttäuschung darüber, dass sie von den Erwachsenen nicht immer den Schutz bekommen, der als Minderjährige für sie so wichtig wäre. In Brüssel nehmen dazu der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff und der Leiter des Zentrums gegen Menschenhandel bei Europol, Robert Crepinko, Stellung.

Die Realität der Kinder ist nur schwer zu ertragen. Die beiden marokkanischen Brüder Hamada (16) und Ali (9) versuchen in der spanischen Exklave Melilla, die hohen Mauern zu überwinden, die sie von den Fährschiffen zum Festland trennen. Mi Lads Eltern haben in Afghanistan einen Schleuser bezahlt, um ihn vor den Taliban in Sicherheit zu bringen. Mohammed (14) wurde wenige Tage vor Drehbeginn vor Sizilien aus dem Meer gerettet. Farid (15) hat es bis Roma Termini geschafft und erzählt von den Pädophilen, die die Kinder mit ein paar Euros und der Aussicht auf eine warme Dusche in eines der Hotelzimmer locken. Die 14-jährige Friday Joy aus Nigeria hatte Glück und fand nach Zwangsprostitution Zuflucht in einer speziellen Einrichtung.

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