Das Schlachtross des Papstes

  • Donnerstag, 10. September 2015, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 10. September 2015, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 11. September 2015, 2:05 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 11. September 2015, 11:20 Uhr, SRF 1

Dieser Film ist alles andere als ein Historien-Schinken, obwohl er sich der Schlacht von Marignano von vor 500 Jahren annimmt. Ein Ereignis, das bis heute nachwirkt. Die Dokumentation zeigt das heutige Wallis in seiner Zerrissenheit zwischen Religiosität und Anarchie, zwischen Mythos und Realität.

Ein Film von Roland Huber

Gleich zum Auftakt eine skurrile Szene: Herbert Volken, CVP-Politiker aus dem Goms, hat die Erlaubnis erhalten, im Vatikan eine 500 Jahre alte Leiche auszugraben. Die Gebeine gehören Kardinal Schiner, der 1515 bei Marignano 12‘000 Söldner in den Tod führte.

Wer war dieser Kardinal und warum um Himmels willen will Volken seine Knochen in die Schweiz zurückbringen? Er will die Knochen von Kardinal Matthäus Schiner ins Wallis heimführen und dafür in Ernen ein Mausoleum bauen. Gemeinsam mit zwei Spiessgesellen bohrt er in der heiligen Kapelle in Rom nach dem Skelett.

Filmautor Roland Huber geht auf Spurensuche nach Kardinal Schiner, diesem Walliser Geissenbub, der vor 500 Jahren fast Papst wurde. Der Würdenträger wollte die Schweiz zur europäischen Grossmacht formen, erlitt aber in Marignano gegen die Franzosen eine der grössten Niederlagen. Auf dem ehemaligen Schlachtfeld in der Nähe von Mailand wird übrigens noch heute geschlachtet. Inzwischen muss Gefieder dran glauben...

Marignano und die kapitale Niederlage der Schweizer Söldner sind eng verknüpft mit dem Mythos Neutralität. Was bedeutet der für die Schweiz von heute?

Ein «DOK»-Film zu Marignano am Vorabend der 500-Jahr-Schlachtfeier. Eine Begegnung mit Superpatrioten und ihren Widersachern, die ihnen in die Suppe spucken...

Team

Autor: Roland Huber
Kamera: Matthias Gruic
Ton: Alex Schwendinger
Schnitt: Dave Leins
Sprecher: Hanspeter Müller-Drossaart
Lied: Philipp Albrecht
Produktionsverantwortung: Christine Rindisbacher
Redaktion: Nathalie Rufer
Leitung: Marius Born

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