Das Wunder vom Piz Beverin

Der Kristallsucher Patrik Stalder gerät am Piz Beverin in einen Felssturz und bleibt schwer verletzt liegen. Niemand kann seine Hilferufe hören. Zuhause wartet niemand auf ihn.

Ein Film von Gieri Venzin

Bei Regen, nächtlichen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, ohne Wasser und Nahrung und nur dürftig bekleidet, beginnt für Patrik Stalder ein über 50 Stunden lang dauernder Kampf ums Überleben, den er wie durch ein Wunder gewinnt.

«So etwas kann man eigentlich gar nicht überleben», werden die Ärzte später sagen. Nun hat ein «DOK»-Team die dramatische Geschichte an den Originalschauplätzen rekonstruiert. In Spielszenen und Gesprächen vor Ort lässt der Filmemacher Gieri Venzin «Das Wunder vom Piz Beverin» mitsamt dem Erstaunen und den Emotionen, dass es bis heute auslöst, nochmals aufleben.

Patrik Stalder erzählt, wie er es schaffte, 50 Stunden lang in Kälte und Nässe zu überleben. Welche Überlebensstrategie er anwendete. Welche Gedanken ihn während den 50 Stunden zwischen Leben und Tod überkamen und woher er seinen schier übermenschlichen Willen nahm.

Zu Wort kommen am Unfall und der Rettung beteiligte Personen: Etwa Walter Rinderer, sein Strahlerfreund, Willy Scheuble, der Wirt des Gasthauses Beverin, das ganz in der Nähe des Unfallortes liegt oder Jürg Gartmann, der Rettungsspezialist, der Patrik Stalder aus seiner misslichen Lage befreite.

Als Vorlage für das «Wunder vom Piz Beverin» dienten neben den verschiedenen Interviews die Schilderungen, die Patrik Stalder kurz nach dem Unfall auf Tonband sprach, um sein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Ein Jahr nach dem Unfall veröffentlichte er diese in Buchform unter dem Titel «Die roten Engel» in Anspielung auf die Rega. Mit Humor und beeindruckenden Details, erzählt er darin, wie er seine nicht enden wollenden Stunden zwischen Leben und Tod erlebte.

«Dass es Patrik Stalder schaffte, verdankt er seiner inneren Haltung», so der Seelsorger und Leiter des Care Teams des Kantonsspitals Graubünden, Rolf Bärtsch. Und weiter: «Er verfiel nicht in Selbstmitleid und fragte nicht nach dem Warum. Diese Haltung half ihm, das Unglück zu überleben.»

Der Lebenswille, den Patrik Stalder in den Felsen des Piz Beverin bewies, hat ihn zu einem gefragten Ratgeber gemacht. Seine Geschichte macht Mut und hilft Betroffenen, mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Das gibt ihm Kraft für sein neues Leben.

(Erstausstrahlung am 25.10.2012)