Der Unbeirrbare – Benjamin Ferencz, Chefankläger

  • Mittwoch, 17. Februar 2016, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 17. Februar 2016, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 18. Februar 2016, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Montag, 22. Februar 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
Der Unbeirrbare – Benjamin Ferencz, Chefankläger

70 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse entstand mit «Der Unbeirrbare» ein berührendes Porträt über den Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppenprozess. Der heute 95-jährige Benjamin Ferencz ist noch immer ein aktiver Friedenskämpfer.

Ein Film von Ullabritt Horn

«Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören», lautet im Film das Schlussstatement von Benjamin Ferencz, dem letzten noch lebenden Chefankläger der Nürnberger Prozesse.

Der Film wirft einen Blick zurück in die Geschichte und ist gleichzeitig ein hoch aktueller Beitrag zur Diskussion über Krieg und Frieden, über Gerechtigkeit, Gewalt und den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag.

Benjamin Ferencz kehrt zurück in den historischen Gerichtssaal 600 und erinnert sich an die Nürnberger Prozesse und seinen Prozess gegen die Mordbanden der SS. Historische Filmdokumente, sehr persönliche Interviews mit Ben Ferencz, Statements von Kollegen und Freunden sowie eine Kamera, die dem rastlosen Protagonisten rund um die Welt in seinem Kampf gegen kriegerische Gewalt folgt, machen den Film zu einer Abenteuerreise durch das Leben dieses charismatischen Mannes.

Als junger US-Soldat und Jurist kam Ferencz nach Deutschland, um unmittelbar nach Befreiung der Konzentrationslager die Beweise der dort begangenen Verbrechen zu sichern – Erlebnisse, über die er bis heute kaum sprechen kann. Nach dem Prozess wollte er etwas für die Opfer tun und war über viele Jahre massgeblich an der Entwicklung des Bundesentschädigungsgesetzes beteiligt.

Der Harvard-Absolvent, Sohn armer osteuropäischer Juden in New York, hat sein weiteres Leben dann der Idee und Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) gewidmet. Kriegsverbrechen gehören geahndet, die Existenz eines weltweiten Gerichts kann Exzesse verhindern – dieses Anliegen propagierte Ferencz jahrzehntelang weltweit. Heute kämpft er für die Aufnahme des Angriffskrieges als Anklagepunkt am ICC.

Mit präzisen Analysen stellt Ferencz in dem Film die Geschichte eines Jahrhunderts dar, das die Menschheit in die grössten Katastrophen führte, aber auch zu den kühnsten Hoffnungen einer gerechteren Welt. «Ich bin ja erst 93 Jahre, da erwarte ich mir schon noch einigen Fortschritt», meint der hellwache Benjamin Ferencz in den Katakomben des Nürnberger Gerichts.

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