Brahmaputra – Von der Tiefebene zum Ozean (3/3)

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Im dritten Teil strebt der grosse Strom, der seine Reise in den Höhen des Himalaya begonnen hat, nun dem Indischen Ozean zu. Liessen nördlich des Himalaya vor allem Gletscherflüsse den Fluss im Frühjahr anschwellen, so sind es auf der Südseite die gewaltigen Wassermassen des Sommermonsuns.

Nun zeigt sich der Brahmaputra von seiner dunklen Seite und macht sich erbarmungslos über die Ufer des Nationalparks her. Allen Tieren, ob Elefant, Panzernashorn oder Kobra, bleibt jetzt nur noch die Flucht. Wenn die Tiere in die angrenzenden Dörfer Schutz suchen, kann es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen kommen.

Weiter flussabwärts, jenseits der Garo-Khasi-Berge, wo das Land zum Schwemmland hin abbricht und alles Wasser ergiesst, liegt das Tiefland von Bangladesch. Wasser, das der Brahmaputra oder Jamuna, wie der Hauptstrom des weit verzweigten Flusses nun heisst, im Lauf seiner weiten Reise aufgenommen hat. Der riesige, träge dahinfliessende Fluss speist nun das Bengal-Delta, eine mit rund 150 Millionen Menschen am dichtesten besiedelten Region der Welt.

Der Brahmaputra ist Schöpfer und Zerstörer zugleich. Wenn sich die Wasser der jährlichen Überschwemmungen zurückziehen, wird das wahre Geschenk des Flusses an den Rest der Natur sichtbar – unscheinbarer, fahl schimmernder Schlick und Sand, die den Nährboden für das Hauptnahrungsmittel eines ganzen Subkontinents bilden: Reis. Diese Reisfelder sind ein Mikrokosmos, die das Leben am Brahmaputra, das von einem sich ständig ändernden Wasserspiegel geprägt ist, im Kleinen wiederspiegeln.

An der Mündung des Brahmaputra liegt ein von Kanälen durchzogenes Gebiet; der Übergang zwischen Morast, Land, Fluss und Meer ist dabei fliessend. Das sind die Sundarbans, der grösste Mangrovenwald der Erde. Mehr als 100 Kilometer dringt das Salzwasser des Indischen Ozeans in die Mangrovenwälder vor, mischt sich mit dem des Flusses und schafft so einen einzigartigen Lebensraum.