Die grösste Party auf Erden – Der Schah von Persien

DOK Sonntag

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1971 feierte der Schah von Persien 2500 Jahre persische Monarchie und schmiss die gigantischste Party aller Zeiten. Geld war kein Thema: ein internationaler Flughafen und eine 80 Kilometer lange Autobahn wurden gebaut, um den Veranstaltungsort, die antiken Ruinen von Persepolis, zu erreichen.

Mit dieser Party stellte Schah Reza Pahlavi – selbsternannter «König der Könige» – seine absolutistische Herrlichkeit unter Beweis. International sollte sie dem Iran einen Platz unter den führenden Nationen sichern. Innenpolitisch aber war sie eine unverhohlene und verhängnisvolle Beleidigung der muslimischen Geistlichkeit, die als einzige die Macht besass, den Schah herauszufordern.

Und so brachte das Fest in seiner Masslosigkeit schliesslich einen Stein ins Rollen, der 1979 zum Sturz des Schahs und zur Islamischen Revolution führen sollte.

Der Aufwand war beispiellos. Die Ruinen von Persepolis, der ehemaligen Hauptstadt Persiens, waren der Veranstaltungsort inmitten einer wüstenartigen Hochebene. Eigens wurde ein Flughafen errichtet, dazu eine 80 Kilometer lange Autobahn. Nach einem Jahr war die verschwenderische Oase fertig, geschmückt mit frisch gepflanzten Wäldern, Blumen, Springbrunnen und 50’000 aus Europa importierten Singvögeln.

Die Gästeliste war imposant: 69 Staatoberhäupter erschienen persönlich oder schickten ihre Stellvertreter, wie US-Präsident Richard Nixon seinen Vize Spiro Agnew. Ebenfalls unter den Gästen: Diktatoren wie Haji Mohamed Suharto aus Indonesien, das Ehepaar Broz Tito aus Jugoslawien, die Ceausescus aus Rumänien sowie das philippinische Kleptokratenpaar Ferdinand und Imelda Marcos.

Erstausstrahlung: Sonntag, 14. Mai 2017