Wo die Ostsee Westsee heisst - 100 Jahre Baltische Staaten

DOK Sonntag

  • Sonntag, 2. Dezember 2018, 15:45 Uhr, SRF 1
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 2. Dezember 2018, 15:45 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Samstag, 8. Dezember 2018, 12:07 Uhr, SRF 1
Wo die Ostsee Westsee heisst - 100 Jahre Baltische Staaten

Eine Entdeckungsreise in Europas östlichster Ecke, wo Kühe aus dem Meer trinken, weil es nicht mehr salzig ist. Und wo Internet ein Grundrecht ist und Skype erfunden wurde. Wo Singen Bürgerpflicht ist und es mehr Dirigenten als Generäle gibt.

2018 feiern Litauen, Lettland und Estland 100 Jahre Unabhängigkeit - abzüglich der langen Jahren hinter dem Eisernen Vorhang. Davor herrschten die Baltischen Barone. «Wir wollten endlich Herr im eigenen Haus sein und nicht mehr die Diener» erzählt Lettlands langjährige Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga im Interview. Doch dafür mussten Esten, Letten und Litauer die Sowjets buchstäblich aus dem Land singen. Das war 1989 - ein wahres Meisterstück und als «singende Revolution» in jedem Geschichtsbuch zu finden. Endgültig in Sicherheit wähnten sich die Balten, als sie 2004 der EU und der Nato beitraten - und Moskau das geschehen liess. Doch seit Russland begonnen hat, Grenzen in Europa zu verschieben, sind die Sorgen zurück.

Der langjährige Nordeuropa-Korrespondent Tilmann Bünz hat die führenden Köpfe der singenden Revolution besucht, den Zaunbau an der litauischen Grenze zu Kaliningrad beobachtet und mit jungen Russen in Riga gesprochen, die vier Sprachen sprechen und keine Sehnsucht nach ihrem vermeintlichen Mutterland haben.
Er besucht die Insel Kihnu, eines der wenigen Matriarchate der Welt und bestimmt das einzige mit Glasfaseranschluss und ist der Frage nachgegangen, ob Leonard Cohen nicht ein Denkmal in Vilnius verdient hätte.