Ein Winter im Wohnwagen – Camping-Alltag in der Westschweiz

In der Westschweiz wenden sich immer mehr Menschen auf der Suche nach einer günstigen Wohnung an die Verwalter von Campingplätzen. Und häufig wird aus der anfänglichen Notlösung ein dauerhaftes Zuhause, auch im Winter.

Die Ruhe liebe er besonders hier, auf dem Campingplatz Vidy bei Lausanne, sagt Philippe: einfach nur den Wellen des Sees zuhören – und im Winter könne man sogar die Schneeflocken auf den Wohnwagen fallen hören. Das sei für ihn wahrer Luxus. Philippe ist es egal, wenn andere ihn für einen Versager halten, weil er kein Geld hat, um sich eine richtige Wohnung zu leisten.

Jean-Pierre gibt es jedes Mal einen Stich, wenn er am schönen Einfamilienhaus mit Swimmingpool vorbeigeht, in dem er mit seiner Frau und seinen drei Kindern gelebt hat – nun ist er geschieden und lebt alleine in seinem Wohnwagen. Hier hat er zwar seine Ruhe und alles, was er braucht, aber etwas eng ist es schon, vor allem wenn die Tochter zu Besuch kommt.

Oder Frank – er kommt aus Holland, ging in der Schweiz auf eine Eliteschule und wurde mit 30 Millionär – er erbte von seinem Vater. Doch dann verlor er alles und lebt heute, 70jährig, mit einer Rente von etwa tausend Franken pro Monat in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz. Aber er sagt, die Freundschaften, die er hier gefunden habe, möchte er um keinen Preis missen. Franks Freundin stammt aus den Philippinen und ist froh, dass sie im Wohnwagen nicht viel Miete zahlen muss, denn so kann sie jeden Franken für ihre Kinder in der fernen Heimat sparen.

Der Film «Ein Winter im Wohnwagen» begleitet verschiedene Menschen auf Campingplätzen in der Westschweiz durch den Winter und zeigt auf, dass das Leben in der Kälte zwar voller Entbehrungen und Widrigkeiten, aber auch voller Wärme, Freundschaft und Lebensfreude ist.

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