Historiker und Volkskundler Werner Bellwald

Werner Bellwald sammelt, was andere fortwerfen – Möbel, Bauernwerkzeuge und Grabkreuze, Weihwasserbehälter oder Devotionalien aller Art. Das Gesammelte stellt der Volkskundler im «Chidr-Museum Lötschen aus – dem ersten Schweizerischen Sperrmüllmuseum».

Werner Bellwald vor einem seiner im Museum ausgestellten Objekte Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Werner Bellwald im Sperrmüll-Museum (Chider-Museum) Lötschental. SRF

Zusatzinhalt überspringen

Roland Huber realisiert seit 35 Jahren für SRF Filmbeiträge, unter anderem für «Schweiz aktuell», «Rundschau», «DOK» und «Reporter».

Meinen zweiten Protagonisten treffe ich tief im Innern des Lötschentals, dort wo jahrhundertalte Mythen dem Wissen vor der Aussicht stehen. Werner Bellwald, Walliser Historiker und Volkskundler

Er ist auf der Suche nach der verlorenen Würde einer wilden Talschaft. Ich stöbere ihn auf der Güseldeponie der Gemeinde auf. Gerade steigt er aus dem riesigen Abfallcontainer und bringt zu Tage, was die Heutigen weggeworfen haben: aus der Mode gekommene Möbel, Bauernwerkzeuge und Grabkreuze, Weihwasserbehälter, Devotionalien aller Art.

Das Haus seines Onkels hat er zum Museum gemacht: «Chidr-Museum Lötschen – das erste Schweizerische Sperrmüllmuseum». Seine Forschung untersucht Sein und Vergehen. Und also auch den Umgang der Walliser mit ihrem Schiner, ihrem Kardinal oder ihrem Fast-Papst.

In der ehemaligen Simplon-Festung hat der Güselforscher eine kleine Wohnung und sein Büro eingerichtet. Seit die Festung nicht mehr geheime Armeesache ist, hat die Gemeinde dort im Bunker das Schweizergardemuseum eingerichtet.

Werner Bellwald ist seit zehn Jahren dessen Kurator. Hier hat er eine Schatzkammer für Kardinal Schiner eingerichtet. Bellwald lässt mich mit Herbert Volken tief hineinblicken.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 10.09.2015 20:05

    DOK
    Das Schlachtross des Papstes

    10.09.2015 20:05

    Dieser Film ist alles andere als ein Historien-Schinken, obwohl er sich der Schlacht von Marignano von vor 500 Jahren annimmt. Ein Ereignis, das bis heute nachwirkt. Die Dokumentation zeigt das heutige Wallis in seiner Zerrissenheit zwischen Religiosität und Anarchie, zwischen Mythos und Realität.