Hüslischweiz ohne Ende

  • Donnerstag, 8. Dezember 2016, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 8. Dezember 2016, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 9. Dezember 2016, 2:00 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 9. Dezember 2016, 11:15 Uhr, SRF 1

Ein Eigenheim im Grünen ist immer noch ein Traum vieler. Doch zunehmender Verkehr, Bevölkerungswachstum und gestiegener Raumbedarf fordern ihren Tribut: Die Zersiedelung der Landschaft und eine hohe Belastung der Infrastruktur. Kathrin Winzenried begibt sich auf einen Streifzug durchs Mittelland.

Ein Film von Bruno Amrein

Jede Sekunde geht in der Schweiz rund ein Quadratmeter Kulturland verloren. Pro Jahr eine Fläche, so gross wie der Brienzersee. «Beton kann man nicht essen», mahnt der Solothurner Kantonsrat und Aviatikjournalist Peter Brotschi. Mit Luftbildern dokumentiert Brotschi die Zersiedelung und ruft zum rigorosen Schutz des Kulturlands auf. Für Kurt Rütti, den langjährigen Gemeindepräsidenten von Egerkingen, wird der Verlust von Kulturland aufgewogen durch den wirtschaftlichen Aufschwung. «Bevor die Autobahn in den 60er-Jahren gebaut wurde, war unsere Gegend ein Armenhaus. Dann kamen viele Logistikunternehmen und mit ihnen wichtige Arbeitsplätze.»

Obwohl der Kulturlandverlust noch immer immens ist, ist Lukas Bühlmann zuversichtlich. Mit dem Ja zum revidierten Raumplanungsgesetz habe das Volk eine starke Bremse gegen die Zersiedelung gesetzt, sagt der Direktor der Vereinigung für Landesplanung. Er nimmt Reporterin Kathrin Winzenried mit an Schauplätze wegweisender Projekte. Nach Zürich-Nord auf das Hunziker-Areal zum Beispiel: Dort ist ein Quartier entstanden, das viel Lebensqualität bei unterdurchschnittlicher Pro-Kopf-Wohnfläche bietet. Und ins solothurnische Luterbach, wo eine der grössten Industriebrachen neu belebt wird: mit der Ansiedlung eines neuen Unternehmens und Hunderten von Wohneinheiten. Im Film von Bruno Amrein will Kathrin Winzenried wissen, wie die «Hüslischweiz» entstanden ist, wer davon profitiert hat und welche Schweiz wir jetzt für die Zukunft bauen.«Man hat viel zu lange drauflos gebaut, so, als hätte man eine zweite Schweiz in der Schublade», sagt Bühlmann. «Ein Umdenken muss stattfinden.»

Autor: Bruno Amrein
Moderation: Kathrin Winzenried
Kamera: Frank Messmer Ton: Rolf Büttikofer
Schnitt: Max Pfeffer
Produktionsverantwortung: Christine Rindisbacher
Redaktion: Nathalie Rufer
Leitung: Marius Born

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