Mit Kunst gegen Terror in Kabul

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Eigentlich hätten in Afghanistan schon 2015 Wahlen stattfinden sollen - seit Jahren werden sie verschoben. Das liegt vor allem am andauernden Krieg und den damit verbundenen Anschlägen. Im Dokumentarfilm blicken die Filmemacher direkt in diesen Konflikt hinein, ja sie werden sogar hineingezogen.

Ein Film von Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck

Es war der 11. Dezember – im französischen Kulturzentrum in Kabul steht eine Theater-Premiere an. Alle freuen sich, die einheimischen und ausländischen Darsteller, das Publikum. Auch wenn das Stück keine leichte Kost ist, es geht um die alltägliche Bedrohung in Afghanistan. Während der Aufführung sprengt sich ein 17 Jahre alter Selbstmordattentäter in die Luft. Der Attentäter und zwei Besucher sterben. 40 Menschen werden verletzt. Was man nicht sieht: Die seelischen Wunden.

Der Dokumentarfilm macht diese Wunden sichtbar. In ausführlichen Interviews berichten Betroffene des Anschlags davon, wie sie den Anschlag erlebt haben und wie sie in der Folge damit umgehen. Sie sprechend direkt in die Kamera und damit auch direkt zum Publikum.

Einige der Künstler, die den Anschlag auf der Bühne oder im Publikum erlebt haben, fliehen nach dem Anschlag nach Europa, teils unter dramatischen Umständen. Die meisten aber bleiben in Kabul und formieren sich neu – sie kehren gemeinsam zurück auf die Bühne und wagen den Schritt auf die Strassen Kabuls, wo sie riskante, exponierte Produktionen organisieren. Zum ersten Mal treten sie wieder gemeinsam auf, als der Lynchmord an der jungen Studentin Farkhunda weltweit Schlagzeilen macht – mit der Re-Inszenierung ihres Mords setzen sie sich an die Spitze einer wütenden Protestbewegung, ungeschützt, vor tausenden Passanten.

Der Film ist die Geschichte hinter einer scheinbar alltäglichen Nachrichtenmeldung. Und er soll zeigen, welche Kraft Kultur hat.