Restrisiko – Reise durch eine gefährliche Welt

Wer in der reichen Schweiz geboren wird, hat grosses Glück. Denn es gibt kein besseres Land, geboren zu werden, sagt eine englische Studie. Doch Reichtum macht auch verletzlich. Die «DOK»-Reise durch eine gefährliche Welt führt durch das Innerste der Schweiz, wo besonders viele Risiken drohen.

Ein Film von Beat Bieri

3000 Kilometer lang ist das Streckennetz der SBB, über 1000 Kilometer davon führen entlang von Naturgefahren, etwa am Rossberg: Im Herbst 2012 rutschten hier über dem Zugersee gewaltige Felsbrocken zu Tal, Richtung Gleis der Gotthardbahn. Heinz Müller, bei den SBB für die Risikoabwehr an der Gotthardstrecke zuständig, musste handeln und das Rutschgebiet sichern. Über 3500 Schutzbauten muss Müller mit seinem Team jährlich kontrollieren: Vorrichtungen gegen Steinschlag, Überschwemmungen und Lawinen. Und doch bleibt immer ein Restrisiko.

«Ist das Leben gefährlicher geworden?»

Die «DOK»-Reise durch diese gefährliche Welt führt auch dem Vierwaldstättersee entlang, wo unter der Oberfläche Gefahren lauern, von denen die Menschen rund um den See kaum etwas ahnen. 1601 haben diese Risiken zu einem Tsunami in Luzern geführt.

Ist das Leben gefährlicher geworden, fragt «DOK»-Autor Beat Bieri den renommierten Risikoforscher Ortwin Renn. Und: Was sind die grossen Risiken der Zukunft? Reto Schneider, der beim Rückversicherer Swiss Re nach den künftigen Risiken forscht, hat dazu einen Risiko-Radar geschaffen. Gewiss ist: Die Globalisierung und Vernetzung der Welt haben zu neuen Abhängigkeiten geführt, welche – in einem Dominoeffekt – grossflächige Verheerungen bewirken können. «Systemische Risiken» nennt sich das. Die Finanzmarkt-Krise ist ein solches systemisches Risiko, welches Realität geworden ist.

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