Schritt für Schritt – aus dem Rollstuhl an den Cybathlon

  • Donnerstag, 6. Oktober 2016, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 6. Oktober 2016, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 7. Oktober 2016, 2:05 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 7. Oktober 2016, 11:15 Uhr, SRF 1
Video «Aus dem Rollstuhl an den Cybathlon» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Als Querschnittgelähmter aufrecht gehen. Was unmöglich erscheint, ist das Ziel von Philipp Wipfli und Werner Witschi. Die beiden Paraplegiker wollen am Cybathlon teilnehmen, dem weltweit ersten Wettkampf, an dem sich Menschen mit körperlichen Behinderungen dank robotischer Hilfsmittel messen können.

Ein Film von Adrian Winkler

Die Teilnahme möglich machen, soll ein sogenanntes Exoskelett: Ein Roboteranzug, gebaut von Studenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH). Mit Hilfe der Maschinenbeine sollen die Familienväter aus ihren Rollstühlen aufstehen und den anspruchsvollen Parcours meistern können.

Die Roboter-Mensch-Olympiade ist ein Pionierprojekt der ETH Zürich. Der Erfinder des Cybathlon, der Professor für sensomotorische Systeme Robert Riener, will damit andere Wissenschaftler anspornen, Hilfsmittel für Betroffene zu entwickeln, sie zu verbessern und alltagstauglich zu machen. Im Gegensatz zu den Paralympics richten sich die Wettkampfdisziplinen an den täglichen Bedürfnissen der Menschen mit körperlichen Behinderungen aus.

Bis zur Teilnahme am Cybathlon im Oktober 2016 ist es ein weiter Weg. Buchstäblich Schritt für Schritt versuchen Philipp, Werner und das Studententeam alle Probleme zu lösen, die bei der Entwicklung der Roboterbeine auftauchen. Eine technologische Lösung für ein menschliches Problem wie körperliche Behinderung zu finden, wirft aber auch Fragen auf, die weit über die technische Machbarkeit hinausgehen.

Sinn und Zweck von robotischen Hilfsmitteln sind umstritten. Die Geräte sind teuer und ein Exoskelett wird für einen Querschnittgelähmten wohl nie den Rollstuhl ersetzen. Das Geld für die Forschung in diesem Bereich kommt zudem oft aus Militärkreisen. Eine Problematik, mit der sich auch Robert Riener auseinandersetzen muss.

Filmemacher Adrian Winkler konfrontiert den ETH-Professor mit den ethischen Problemen, die eine Veranstaltung wie der Cybathlon aufwirft. Der Film kreist um die Frage, ob die Wissenschaftler tatsächlich nützliche Maschinen für Menschen mit einer körperlichen Behinderung schaffen oder nur teure Prestigeobjekte mit wenig praktischem Nutzen. Vor allem begleitet der Film aber die beiden Querschnittgelähmten Philipp Wipfli und Werner Witschi bei ihrem Kampf um die Teilnahme am Cybathlon. Schritt für Schritt.

Artikel zum Thema