20 Jahre Viagra – und er steht?

Seit 20 Jahren gibt es Viagra auf Rezept in der Schweiz. Das blaue Wunder, wie die Potenzpille auch genannt wird, ist Segen und Fluch zugleich. Mann muss können - bis ins hohe Alter. Männer dürfen, was ihre Sexualität angeht, nicht mehr alt werden. Aber auch Frauen leiden, wenn Mann nicht mehr kann.

Revolution: Vor 20 Jahren wurde die blaue Tablette auf den Markt gebracht.
Bildlegende: Revolution: Vor 20 Jahren wurde die blaue Tablette auf den Markt gebracht. Keystone

Die Sendung «Doppelpunkt» lässt einen Urologen zu Wort kommen, der schon bei der Markteinführung von Viagra und bis heute praktiziert. Ein Paar erzählt vom langen Weg, wie sie nach der Erkrankung des Mannes dank Viagra und Cialis, einem Konkurrenzprodukt von Viagra, zu ihrer Sexualität zurückgefunden haben. Ein anderes Paar probiert ein Viagra ohne medizinische Indikation aus. Wie ist das so?

Der Sexologe und Männerberater Martin Bachmann vom Mannebüro Züri weiss, dass Viagra und das Internet mit all der Pornografie viele Männer verunsichert. Für Andi Lehner, Geschäftsleiter der Aidshilfe Schweiz, schwuler Romantiker, wie er selber sagt, ist Viagra ein Segen.

Das pensionierte Ärztepaar Renata und Walter Raaflaub ist gleicher Meinung. Nur nützt Viagra leider nicht bei allen. Nach einem Prostatakrebs mit Komplikationen war Walter Raaflaub impotent. Viagra konnte auch nichts ausrichten. Das schlimmste an der Impotenz ihres Mannes war für Renata Raaflaub, dass sie als Paar ihre Nähe und Zärtlichkeit verloren hatten. Walter Raaflaub plagten gar Suizidgedanken. Mit Spritze und Penispumpe haben sie zu ihrer Sexualität zurückgefunden. Einer zwar geplanten Sexualität, aber einer Sexualität mit viel Nähe und viel Zärtlichkeit, wie die beiden in der Sendung erzählen. Walter Raaflaub hat über den langen Weg zu seiner wiedergefundene Potenz das Buch «Tote Hose - Worüber Männer schweigen» als Tagebuch geschrieben.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Regula Zehnder