Autismus: Eintauchen in eine andere Welt

Autisten sind anders. Sie nehmen anders wahr, ticken anders, interpretieren anders. Autisten können Einfaches nicht, Kompliziertes jedoch sehr wohl. Doch Autisten lassen sich nicht schubladisieren, denn jeder Autist ist anders.

«Hätte er Durst, würde er aus einer Pfütze trinken»: David (21) ist Autist.
Bildlegende: «Hätte er Durst, würde er aus einer Pfütze trinken»: David (21) ist Autist. ZVG

Autismus ist eine Entwicklungsstörung des Gehirns. Im Unterschied zu einem gesunden Gehirn sind andere Zellen miteinander verbunden oder die Art der Verbindung ist anders. Der Grund, warum dies so ist, ist nicht genau bekannt, sicherlich ist Autismus jedoch genetisch bedingt. Autisten nehmen zur Folge Reize wie Geräusche und Gerüche anders wahr als Nichtbetroffene. Sie lernen, interpretieren und verhalten sich darum anders als normal.

Bei rund einem Prozent der Kinder wird heute Autismus diagnostiziert. Unterteilen lassen sich die Diagnosen in drei Haupttypen: Frühkindlicher Autismus, Atypischer Autismus und Asperger. Diese Typen teilen sich die Diagnosen zu etwa gleich grossen Teilen. Zwar spricht man bei allen Formen von Autismus, jedoch unterscheidet sich die Art der Betroffenheit zum Teil ziemlich stark.

Die Sendung «Doppelpunkt» stellt vier Autisten vor:

  • Matthias Huber arbeitet in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Poliklinik in Bern als Psychologe in der Autismussprechstunde. Als Asperger, einer milden Form von Autismus, ist er somit Bindeglied zwischen der autistisch-wahrnehmenden und der neurotypisch-wahrnehmenden Welt.
  • Susan Conza hat sich in der üblichen Arbeitswelt nicht mehr zurecht gefunden und kurzerhand eine IT-Firma gegründet, die auf die Stärken von Autisten baut und nur Asperger anstellt.
  • Alexander Hunziker ist Asperger und Savant. Er weiss auswendig, dass der 10. April 2030 ein Mittwoch ist und was er am 17. September 1997 gemacht hat. Er kennt Fahrpläne auswendig und hat das absolute Musikgehör. Doch der Umgang mit anderen Menschen ist schwierig für ihn.
  • David Deckert war ein ganz normales Baby, doch seine Entwicklung wurde im frühen Kindesalter plötzlich gebremst. Heute, mit 21 Jahren, kann er nicht alleine aus dem Haus, da er alleine nicht zurechtkommt. Er ist als Autist ständig auf Betreuung angewiesen.
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Autismushund

4:09 min, aus Puls vom 13.5.2013

Moderation: Ladina Spiess, Redaktion: Brigitte Wenger