Die Spuren von Niklaus von Flüe, dem Schweizer Nationalheiligen

Niklaus von Flüe (1417-1487) war schon zu Lebzeiten weitherum bekannt; vor allem dafür, dass er die letzten zwanzig Jahre seines Lebens als Einsiedler Bruder Klaus angeblich nichts mehr gegessen und getrunken hatte.

Eine Hinweistafel auf den Laden in der Ranftschlucht.
Bildlegende: Rund 100'000 Menschen pilgern jedes Jahr in die Ranftschlucht zu Bruder Klaus. SRF.

Niklaus von Flüe - vor 600 Jahren geboren - ist bis heute präsent. Seine Gebeine liegen in der Kirche von Sachseln. Touristen aus der Schweiz und aus dem Ausland besichtigen die Kirche sowie die anliegende Grabkapelle. Zum Programm gehören auch sein Geburts- und sein Wohnhaus in Flüeli sowie - und vor allem - seine Klause und die Kapelle in der nahegelegenen Ranftschlucht.

Reger Pilgertourismus
Ein kleiner Laden dort gleich nebenan verkauft religiöse Souvenirs. Pilger aus der ganzen Welt kommen dorthin, sei es auf dem Jakobsweg, sei es, weil sie einen Wunsch deponieren möchten oder aus reiner Neugierde, um den Schauplatz des berühmtesten Heiligen der Schweiz zu besichtigen.

Aus gutem Hause
Als Sohn aus einer wohlhabenden Familie stammend, spielte Niklaus von Flüe viele Rollen auf der Bühne des Lebens. Er war Bauer, Ehemann, Vater von zehn Kindern, Offizier im Zürichkrieg, Mitglied in Rat und Gericht von Obwalden und, die letzten rund zwanzig Jahre seines Lebens, Einsiedler in der Ranftschlucht.

Abschied vom weltlichen Leben
Nach einer schweren persönlichen Krise hatte er den Wunsch verspürt, als Pilger auf Wallfahrt zu gehen. Seine Frau Dorothée willigte schliesslich ein. Weit kam er allerdings nicht. Eine Vision, schon kurz nach seiner Abreise, bewegte ihn nämlich zur Umkehr. Ruhe fand er dann im Ranft, nicht unweit von seinem einstigen Hof, wo seine Familie lebte. Dorfbewohner bauten ihm eine Hütte und später eine Kapelle. Fortan lebte er in einfachsten Verhältnissen, bis er im Jahre 1487 starb.
So richtig Bedeutung erlangte Niklaus von Flüe aber erst dann, als er der Welt den Rücken kehrte. Bekannt wurde er aus dieser Zeit auch als Friedensstifter, hatte er doch mit seinem Rat zum Abschluss des sogenannten Stanser Verkommnisses von 1481 beigetragen.

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Heiligsprechung Niklaus von Flüe (1947)

2:19 min, vom 25.4.2017

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Jürg Oehninger