Frauen, wo seid Ihr?

«Ich bin alleinerziehend und berufstätig, deshalb habe ich schlicht keine Zeit, mich auch noch für Politik zu interessieren», sagt eine Frau, die nur noch ganz selten zur Urne geht.

Andere Gründe von Nichtwählerinnen: «Die aggressive Zuspitzung stösst mich ab», «Ich verstehe die komplizierten Vorlagen nicht immer, also bleibe ich lieber zu Hause».

Die Lust der Frauen am politischen Geschehen ist kleiner als die der Männer - das stellt der Politikwissenschaftler Georg Lutz fest, der das Wahlverhalten von Frau und Mann seit 1971 untersucht. Die grösste Kluft zwischen den Geschlechtern ist bei den über 70-Jährigen: Hier führt die Absenz der Frauen zu einem allgemeinen Einbruch der Wahlbeteiligung. Auch bei den Jungen öffnet sich die Schere: Seit der Einführung des Frauenstimmrechts sank die Beteiligung der 18- bis 29-Jährigen Frauen von 38 auf 26 Prozent.

Heisst das nun, dass Frauen tatsächlich weniger politisch interessiert sind? Wenn Ja: Womit hat das zu tun? Wenn Nein: Weshalb die Unlust, an die Urne zu gehen? Wie könnte man sie motivieren, dass sie sich an der direkten Demokratie beteiligen?

Es diskutieren:

  • Judith Stamm, alt-Nationalrätin
  • Georg Lutz, Politikwissenschaftler
  • zwei Nichtwählerinnen
  • Jean-Marc Hochstrasser, Staatskundelehrer

Moderation: Ladina Spiess, Redaktion: Barbara Bürer