«Gesucht: Gemeinderat» – der Milizpolitik geht der Schnauf aus

Die Schweiz ist stolz auf die direkte Demokratie. Auch darauf, dass in der Regel normale Bürgerinnen und Bürger die politischen Ämter besetzen. Immer mehr Gemeinden suchen aber verzweifelt geeignete Kandidaten. Muss man die Milizpolitik retten oder ist eine Schweiz mit Berufspolitikern auch denkbar?

Ein Mann steht in einer Turnhalle am Rednerpult und spricht zu rund 200 Leuten.
Bildlegende: Der zukünftige Gemeindepräsident Beat Röschlin aus Walchwil (ZG) stellte sich im Januar in Sedrun der Gemeinde vor. Keystone

«Gemeindepräsident, verzweifelt gesucht!» Diese Losung galt monatelang in der Gemeinde Tujetsch (Sedrun). Seit März ist jetzt ein Auswärtiger im Amt: Beat Röschlin lebt im zugerischen Walchwil und ist nur Feriengast im Bündnerland.

Diese Geschichte ist typisch für die Schweiz. Zwei von drei Gemeinden bekunden Mühe, ihre politischen Ämter und diversen Kommissionen zu besetzen. Das Prinzip der Milizpolitik ist gefährdet.

Die Milizpolitik ist einer der Pfeiler der direkten Demokratie. Die Sendung «Doppelpunkt» zeigt die Probleme auf, die diesen Pfeiler wackeln lässt. Muss man die Milizpolitik retten und wenn ja, mit welchen Ideen? Oder ist eine Schweiz mit Berufspolitikern auch denkbar?

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Jürg Oehninger