Hilfswerke kämpfen auf hartem Markt

Die humanitäre Hilfe steht vor grossen Herausforderungen: Die Spenden halten nicht mit dem grossen Bedarf an Hilfe Schritt, die Krisen werden immer komplexer und der Zugang zur betroffenen Bevölkerung schwieriger. Die Schweizer Hilfswerke gehen diese Herausforderungen unterschiedlich an.

Einem kleinen Jungen wird eine Schluckmedizin verabreicht
Bildlegende: Dank der neuen App von «Terre des hommes» erhalten Kinder in Burkina Faso besser abgestimmte Medizin TDH

«Ein wichtiger Punkt ist sicher, die örtlichen Mitarbeiter und Partner noch stärker in die Verantwortung einzubeziehen», sagt Christian Gemperli, Leiter humanitäre Hilfe bei «Solidar Suisse» - weltweit gesehen einem eher kleinen Hilfswerk. Für die kleinen und mittleren Hilfswerke wird es schwierig, die hohen administrativen Anforderungen der grossen Geldgeber zu Erfüllen. Sie können dafür mit einem hohen Spezialisierungsgrad punkten.

Das Kinderhilfswerk «Terre des hommes» setzt auf innovative Methoden. «In Burkina Faso haben wir zusammen mit den Behörden eine App entwickelt, welche das Pflegepersonal bei der Diagnose und der Behandlung unterstützt», sagt Vito Angelillo, Geschäftsleiter von «Terre des hommes Kinderhilfe». Die App liefere wiederum wertvolle Daten über die Gesundheit und die Behandlung der Bevölkerung.

Aus Sicht von Caritas-Direktor Hugo Fasel stehen die Hilfswerke stark in der Pflicht, Aufklärungsarbeit zu leisten. «Es ist bekannt, dass Spender bei Kriegen zurückhaltender sind als bei Naturkatastrophen. Da sind wir gefordert.» Im Fall von Syrien sei Caritas die Aufklärung geglückt: Die Spenden haben im Laufe der Jahre zugenommen.

Wiederholung einer Sendung vom 3. Juli 2018

Autor/in: Sandra Witmer