Lehre als Exportschlager: Ausbildung in Kamerun nach CH-Vorbild

Als schweizweit einzigartiges Projekt fördert der Kanton Jura die Ausbildung von Bauern in Kamerun. Dabei wird die Lehre zum Exportschlager: In Zentralafrika dient das vom Kanton Jura mitfinanzierte Institut Agricole d'Obala IAO als Vorbild, wie junge Männer und Frauen zu Bauern ausgebildet werden.

Schüler ziehen drei Fahnen am Mast hoch: die von Kamerun, die der Schweiz und die des Kantons Jura
Bildlegende: Schüler ziehen drei Fahnen am Mast hoch: die von Kamerun, die der Schweiz und die des Kantons Jura A. Baumann

Olivier Girardin ist ehemaliger ETH-Student, Direktor am Schweizer Forschungszenter in Elfenbeinküste und heutiger Direktor der Fondation Rurale Interjurassienne. Er engagiert sich bewusst in Kamerun für den dualen Bildungsweg. Das Ziel: Bauern in einer Lehre auszubilden – anstelle von Agronomen an der Universität.

Lehre versus Universität

Diese Bauern würden als Unternehmer agieren, sich selber und das Volk ernähren und trügen vor Ort dazu bei, dass weniger Menschen migrieren würden. Damit teilt Olivier Girardin die Meinung anderer Experten aus der Schweiz und die der Verantwortlichen des Landwirtschaftsinstituts IAO in Obala sowie der Regierung in Kamerun.

Frankreich als ehemaliger Kolonialist hat den universitären Bildungsweg unter anderem nach Kamerun gebracht. Das Problem: Heutzutage drehen viele junge Erwachsene Kreise in Hörsäälen und finden schliesslich keine Anstellung. Die Arbeitslosigkeit liegt nach offiziellen Angaben bei rund sieben Prozent – regierungsunabhängige Fachleute gehen von weit höheren Zahlen aus.

Kamerun anerkennt «Lehre»

Radio SRF 1 war dabei, als das Institut Agricole d' Obala gemeinsam mit dem Schweizer Botschafter und dem Experten der Fondation Rurale Interjurasienne beim zuständigen Bildungsminister ein Abkommen unterzeichneten, mit welchem die Lehre und der modulare Weg an der Schule nun staatlich anerkannt und unterstützt wird.

Einblick in die Bauernlehre in Kamerun

Redaktion: Magnus Renggli