Lesbische Sportlerinnen: Mehr Vorbilder, weniger Vorurteile

Emotionen, Muskeln, Tränen – der Sport liefert starke Bilder. Der Athlet kämpft mutig, die Athletin gewinnt elegant. Der Sport festigt solche Stereotypen, denn er lebt davon. Und wehe, jemand bringt diese durcheinander. Eine «abverheite» Frau zum Beispiel. Eine lesbische Sportlerin.

Ramona Bachmann und Alisha Lehmann
Bildlegende: Lange Haare und doch nicht hetero, weiblich und doch Fussball-Profis: Ramona Bachmann und Alisha Lehmann sind Lebenspartnerinnen, Kolleginnen im Nationalteam und Gegnerinnen im englischen Fussball. Und für den «Blick» damit ein Glamour-Paar. Was, wenn sie kurzhaarig und ungeschminkt wären? imago images / foto2press

Der Sport ist nicht per se homophob. Doch der Sport ist heteronormativ: Hetero zu sein, ist die Norm. Wer vom Normalfall abweicht, löst Verunsicherung aus, was wiederum zu Homophobie führen kann.

Doch was, wenn eine Sportlerin nicht in diese heteronormative Welt passt? Wenn sie nicht das Prinzesschen ist, das vom Prinzen gerettet werden will?

Sponsoren wollen klassisches Frauenbild

Das öffentliche Bild einer lesbischen Frau ist: kurzhaarig, rau, burschikos. Eine erfolgreiche Sportlerin hat jedoch schlank, hübsch, grazil zu sein. Diese Bilder passen nicht übereinander. Auch heute – im Jahr 2020 – lassen sich Sportlerinnen mit «männlichen» Attributen schlecht vermarkten.

Der Sport braucht mehr Vorbilder, die zeigen, dass auch «anders» ganz «normal» ist. Denn der Sport hat die Popularität dazu, die Heteronormativität aufzubrechen.

Moderation: Monika Erni, Redaktion: Brigitte Wenger