Marianne Kaltenbach - wie die Schweiz kochen lernte

Sie war die Frau, die der Schweiz das Kochen beibrachte. Ihre Rezepte waren immer einfach, unverfälscht und ursprünglich. Denn Marianne Kaltenbach war eine sehr neugierige Forscherin im selbst auferlegten Auftrag der Kulinarik.

Wehe dem Koch, der es wagte das Originalrezept für die echte «lozärner Chügelipastete» zu verhunzen und es der Kaltenbach vorzusetzen. Er erhielt umgehend eine Lektion darin, wie gross die Brätchügeli zu sein hatten und wie grosszügig man mit den Weinbeeren hantieren durfte. Die Kaltenbach durfte das, denn sie hatte das Rezept aus der Versenkung gefischt, pflichtbewusst nachgeforscht und wieder auf die Speisekarten im Kanton Luzern gebracht.

Auch wenn ihre Bücher zur Grundausstattung eines Schweizer Haushalts gehören - über ihr Leben ist wenig bekannt. Gerne präsentierte sie sich als die Kochmutter der Nation, immer einen Ratschlag für den perfekten Fisch oder die letzte Rettung für eine missratene Polenta zur Hand. Dabei liess sie keinen Raum für allzu Persönliches.

«Doppelpunkt» versucht der Person Marianne Kaltenbach in Gesprächen mit Freunden, Weggefährten und ihrem Biografen etwas näher zu kommen. Und erzählt dabei die Geschichte einer Frau, die eine «ewige Sekretärin» hätte werden sollen, aber mit viel Courage und gegen alle Widerstände ein gefeierter Kochstar wurde.

Buchtipps:

Aus Schweizer Küchen, Marianne Kaltenbach, Echtzeit Verlag
Aus Frankreichs Küchen, Marianne Kaltenbach, Echtzeit Verlag
Die Kaltenbach (Biografie), Leandra Graf und Christian Seiler, Echtzeit Verlag
Tessiner Küche - Rezepte, Geschichte und Geschichten, Marianne Kaltenbach, AT-Verlag

Redaktion: Myriam Zumbühl