Ohne Job bist Du nichts - und weg von der Gesellschaft

Wer seine Arbeit verliert, verliert fast alles: Eine geregelte Tagesstruktur, Anerkennung und das soziale Beziehungsnetz. Betroffene erzählen, wie schwierig es ist, in einer solchen Situation das Selbstbewusstsein zu behalten. Der Weg zurück in die Arbeitswelt kann gelingen, er ist aber steinig.

Markus Christen engagiert sich heute in der Politik für Armutsthemen.
Bildlegende: Markus Christen engagiert sich heute in der Politik für Armutsthemen. SRF/Beatrice Gmünder

Markus Christen arbeitete bis 55 als Chauffeur. Dann wurde er krank und arbeitslos. Eine neue Stelle fand er nicht. Hätte er seine heutige Frau nicht gehabt, wäre er nach der Aussteuerung obdachlos geworden.

Heute lebt er von seiner Pension und den Einkünften, die ihm die Stadtführungen in Basel und der Verkauf des Strassenmagazins «Surprise» generieren. Er sagt: «Wenn Du arbeitslos bist, dann ist es das wichtigste, das soziale Umfeld zu behalten. Auch, wenn es schwierig ist. Es gibt auch Freunde, die dich fallen lassen.»

Erstes geregeltes Einkommen mit 43

«Rahel» hat das erste Mal in ihrem Leben eine geregelte Arbeit mit einem Lohn, der ihr den Gang zum Sozialamt erspart. Die 43 jährige alleinerziehende Mutter war davor arbeitslos oder hielt sich und ihre Kinder mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser. Sie hat heute zwar einen «normalen» Lohn, in der Gesellschaft angekommen sei sie deswegen aber noch nicht: «Ich fühle mich wie ein entlassener Sträfling.»

Moderation: Monika Erni, Redaktion: Beatrice Gmünder