Wenn Patienten ausfällig werden

Wer im Spital arbeitet, braucht manchmal eine dicke Haut. Denn Aggressionen und Gewaltausbrüche machen auch vor der Spitalpforte nicht halt. Übergriffe und Tätlichkeiten gegenüber den Mitarbeitenden gehören zum Spitalalltag. Deshalb fordern Fachleute Massnahmen zum Schutz der Mitarbeiter.

Nicht immer ist der Umgang mit Patienten für das Pflegepersonal leicht.
Bildlegende: Nicht immer ist der Umgang mit Patienten für das Pflegepersonal leicht. Keystone

Ein bedrohlicher Blick, ein schmerzhaft kräftiger Händedruck, ein gereizter Ton, ein Wutausbruch, verbale Ausfälligkeiten oder gar Tätlichkeiten - Spital-Mitarbeitende sind in ihrem Arbeitsalltag immer wieder damit konfrontiert. Dies gilt nicht nur im Notfall, in der Psychiatrie oder in der Geriatrie. Es betrifft alle Abteilungen. Auch im Akutspital werden Patienten oder Angehörige ausfällig oder gewalttätig.

Betroffene schweigen
Die Gründe für Gewalt und Aggressionen in Spitälern sind vielfältig. Und Zwischenfälle kommen öfters vor, als man denkt. Betroffene sprechen selbst nur ungern über erlebte Gemeinheiten, Aggressionen oder Gewalttätigkeiten. Trotzdem hinterlassen negative Erlebnisse persönliche Verletzungen. Es braucht Zeit und Unterstützung, um solche Übergriffe zu verarbeiten und das seelische Gleichgewicht wiederzufinden.

Jetzt fordern Fachleute Massnahmen gegen Gewalt an Spital-Mitarbeitenden. Die Angestellten müssten vor dieser verbalen und körperlichen Gewalt geschützt werden. Denn solche Grenzüberschreitungen würden nicht zuletzt auch die Qualität der Pflege beeinflussen und zu teuren Berufsabgängen führen.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Simone Meier